Wann sollten die Sommerferien eigentlich beginnen? Über diese Frage wird derzeit neu diskutiert. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) fordert die Bildungsministerkonferenz auf, den Ferienkalender so anzupassen, dass die Sommerferien in allen Bundesländern künftig frühestens am ersten Juli-Wochenende beginnen. Nach Ansicht des Verbandes würden dadurch bundesweit vergleichbarere Bedingungen für Abiturientinnen und Abiturienten geschaffen.
Zur Begründung verweist der DPhV auf die Zeit zwischen den schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen sowie dem Beginn der Sommerferien. In Ländern mit einem sehr frühen Ferienstart blieben Schülerinnen und Schülern weniger Zeit zur Vorbereitung auf weitere Prüfungen und Lehrkräften weniger Zeit für Korrekturen. Der Verband sieht darin eine zusätzliche Belastung für beide Seiten.
Debatte um den Ferienstart: Lehrerverband fordert mehr Zeit für das Abitur
DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing kritisiert, dass ein Ferienbeginn bereits im Juni die Prüfungszeiträume verdichte und den Druck auf Schulen erhöhe. Zudem seien Lehrkräfte während der Abiturphase häufig weiterhin in den regulären Unterricht eingebunden. Der Verband verweist auf mehrere Bundesländer, in denen die Sommerferien in den vergangenen Jahren bereits im Juni begonnen haben, und warnt vor einer zunehmenden Ungleichbehandlung bei den Rahmenbedingungen des Abiturs.
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Die Bildungsministerinnen und -minister der Länder fordert der DPhV daher auf, die bisherigen Ferienregelungen zu überprüfen und für längere sowie bundesweit vergleichbarere Zeitfenster während der Abiturphase zu sorgen.
NRW-Schulministerin Feller begrüßt den Vorstoß
NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) hat Verständnis für den Vorstoß des Philologenverbandes. Sie habe schon in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass pädagogische Gründe für die Festlegung der Ferien maßgeblich seien, sagte ein Ministeriums-Sprecher auf Nachfrage. „Hierzu gehört auch, dass gerade zwischen Ostern und Sommer ausreichend Zeit für Prüfungen und Korrekturen zur Verfügung steht“, so der Sprecher weiter. Die Sommerferien würden weiter auf der Ebene der Bildungsministerkonferenz verhandelt. Diesen Verhandlungen könne nicht vorgegriffen werden.
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Eine Essenerin betrachtet die Ferien-Debatte mit gemischten Gefühlen. Die zweifache Mutter, deren Tochter eine Grundschule besucht und deren Sohn noch in die Kita geht, verbringt die Sommerferien mit ihrer Familie regelmäßig in Südtirol. Würden noch mehr Bundesländer zu ähnlichen Zeiten in die Ferien starten, rechnet sie mit längeren Staus auf den Autobahnen und steigenden Preisen bei den Unterkünften. „Schon jetzt ist unser Familien-Hotel kaum noch bezahlbar.“
Anderseits könne sie verstehen, dass Abiturientinnen und Abiturienten genügend Zeit für Prüfungen und Lehrkräfte ausreichend Zeit für Korrekturen benötigten. „Wenn das einmal meine Kinder betreffen würde, fände ich es auch nicht gut, wenn alles unter Zeitdruck stattfinden müsste“, sagt sie.



