Mit Russland reden? Ohne Vorbedingungen? Bundeskanzler Merz sagt nein. Doch Manager deutscher Firmen machen es vor. Auf dem Petersburger Wirtschaftsforum gibt es erstmals wieder einen offiziellen deutsch-russischen Wirtschaftsdialog. Wer genau aus Deutschland daran teilnehmen wird, das ist unbekannt. Doch mancher Unternehmer aus der gebeutelten deutschen Wirtschaft wird – mehr oder minder heimlich – denken wie Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer: „Der Westen sollte Russland, seinen großen Markt und seine Rohstoffe nicht auf Dauer anderen überlassen.“
Die Russen lieben deutsche Autos, bevorzugt Verbrenner. Die Bar eines Moskauer Luxushotels ist stolz auf ihren Namen: Mercedes-Bar. Inzwischen dominieren chinesische Fahrzeuge die Straßen Russlands. Kühlschränke, Waschmaschinen, Konsumgüter: Der Markt wäre da.
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Handel mit Russland? Sanktionen allein helfen jedenfalls nicht
Und die deutsche Wirtschaft braucht Märkte und auch günstige Energie. 1600 Unternehmen aus Deutschland sind nach wie vor in Russland. Viele sind trotz Einbußen durch die Sanktionen mit ihrem Russlandgeschäft zufrieden. Sicherlich ist eine Umfrage unter 265 Unternehmen in Russland nicht repräsentativ für die gesamte deutsche Wirtschaft. Doch 65 Prozent dieser Firmen befürworten die sofortige Rückkehr zu russischem Gas.

Was also tun? Kuscheln mit Putin wie Trump? Ganz sicher nicht. Aber reden, verhandeln. Die EU versteht sich nicht als Kriegspartei. Wenn das so ist, dann könnte man vermitteln. Vielleicht hätte man eine Chance. Vom Frieden würden alle profitieren. Immer neue Sanktionen allein helfen jedenfalls nicht.



