Die Wirren der Energiewende sowie steigende Energiepreise belasten immer mehr Bürgerinnen und Bürger in NRW. „Die Menschen sind höchst verunsichert“, warnte André Juffern, Bereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale NRW, am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Jahresbilanz.
Das Hin und Her beim „Heizungsgesetz“, die Frage, ob die Einspeisevergütung für private PV-Anlagenbetreiber fällt, explodierende Spritpreise und kommerzielle Anbieter, die Verbrauchern unseriöse Verträge anbieten, hätten den Beratungsbedarf erheblich vergrößert, erklärt die Verbraucherzentale.
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„Die Energiewende stellt viele Menschen vor besondere und neue Herausforderungen“, sagte Juffern. „Sie fragen nach den Kosten, zum Beispiel für Wärmepumpen und Photovoltaik, sie fragen nach staatlichen Förderungen und sehen sich mit neuen, teils intransparenten Geschäftsmodellen konfrontiert“, so der Experte.
Undurchsichtige Leasing-Verträge
Zu diesen undurchsichtigen Angeboten zählten zum Beispiel Leasing-Modelle für PV-Anlagen oder Wallboxen. Oftmals schürten unseriöse Firmen die Angst vor permanent steigenden Strom- und Gaspreisen, obwohl die Preisentwicklung hier zuletzt recht moderat geblieben sei, und böten überteuerte Dienstleistungen und Produkte an.
Die Menschen wissen nicht, wo sie das Geld hernehmen sollen“
Wolfgang Schuldzinski, Vorstand Verbraucherzentrale NRW
Sorge bereitet der Verbraucherzentrale auch die zunehmende Energiearmut in NRW. Damit sind Haushalte gemeint, die sich Energie kaum noch leisten können oder denen sogar der Strombezug vom Versorger gesperrt wird. „Viele Menschen wissen nicht, wo sie das Geld für die gestiegenen Kosten hernehmen sollen“, erläutert Vorstand Wolfgang Schuldzinski.
Werden Lebensmittel noch teurer?
Das nächste große Problem – befeuert durch den Iran-Konflikt und seinen möglichen Folgen – sei schon in Sicht: Teurer Treibstoff und Düngemittel-Mangel dürften spätestens im kommenden Jahr die ohnehin gestiegenen Lebensmittelpreise noch einmal deutlich nach oben treiben.
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Teure Energie und teure Lebensmittel träfen Menschen mit niedrigen Einkommen überproportional hart, erklärt die Verbraucherzentrale. Sie müssten einen großen Teil ihres Geldes dafür ausgeben.
Wegen der Verunsicherung beim Thema Energie ruft die Verbraucherzentrale NRW nach mehr Planungssicherheit und weniger Bürokratie für die Bürger. „Wir fordern die Senkung der Stromsteuer und gezielte Unterstützung für besonders belastete Haushalte“, sagte Wolfgang Schuldzinski.
In der Glasfaser-Falle
Zu den Ärgernissen, die den Beratern besonders auffallen, gehören laut Verbraucherzentrale auch Glasfaser-Verträge mit undurchsichtigen Konditionen, die Bürgern an der Haustür aufgedrängt würden. Vorsicht sei auch bei vielen Offerten im Internet geboten, die gegen Geld Hilfe zum Beispiel beim Kindergeldbezug, Kirchenaustritt oder bei Punkten in Flensburg anbieten. Mit amtlichen Stellen habe dies oft nichts zu tun. Viele dieser Firmen säßen im Ausland und seien rechtlich „schwer zu packen“.






