Belgien will offenbar die ukrainische Luftwaffe noch stärker unterstützen. Das geht aus einem Bericht der belgischen Zeitung „Le Vif“ hervor. Demnach will der belgische Verteidigungsminister Theo Francken bis 2029 alle 53 F-16-Maschinen an die Ukraine übergeben. Voraussetzung dafür ist, dass die moderneren F‑35‑Kampfjets schrittweise eingeführt werden. Sie sollen die F-16-Jets ablösen.
Laut „Le Vif“ sieht der Plan vor, dass Belgien in diesem Jahr noch sieben Kampfjets des Typs F-16 an die Ukraine übergibt, für 2027 sind fünf weitere Flugzeuge vorgesehen. 2028 sollen 14 weitere und 2029 die restlichen 27 Jets folgen. Dieser Plan sei jedoch vorläufig. Schon im Jahr 2024 hatte Belgien der Ukraine die Lieferung von 30 F-16-Maschinen bis 2028 schriftlich zugesichert. Bei der Umstellung auf die F-35 war es jedoch zu Verzögerungen gekommen.
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Die F-16 ist keine magische Waffe, gilt allerdings als relativ robust. Die Maschine vom Hersteller Lockheed Martin fliegt im Idealfall mit doppelter Schallgeschwindigkeit. Weltweit gibt es mehr als 4500 Exemplare in mehr als 20 Staaten. Sie hat mehrere Vorteile: Mit einem Stückpreis von rund 30 Millionen Euro ist der Jet relativ günstig. Für die Kampfflugzeuge gibt es Ersatzteile und geschultes Fachpersonal. Gemeinsam mit anderen Staaten kann außerdem eine Art „Kampfjet-Koalition“ gebildet werden. Hinzu kommt, dass sie moderner sind als die bisherigen Jets der Ukraine.
Mehrere westliche Staaten hatten der Ukraine insgesamt 79 F-16-Jets zugesagt. Dänemark hatte 2024 der Ukraine seinen gesamten F-16-Bestand überlassen. Aus Dänemark und den Niederlanden hat die Ukraine insgesamt bislang 36 Maschinen erhalten. Auch Norwegen hatte der Ukraine kurz nach dem Angriff Russlands F-16-Kampfjets zugesichert: Im August 2023 hatte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre verkündet, sechs F-16-Flugzeuge an die Ukraine zu liefern. Passiert ist das bislang nicht, berichtet unter anderem die ukrainische Online-Zeitung „Ukrajinska Prawda“.
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Laut dem Onlineportal „National Interest“ liegen vier von sechs norwegischen F‑16‑Maschinen in Einzelteilen zerlegt in Werkstätten in Belgien. Demnach ist der Arbeitsumfang an den Flugzeugen riesig – obendrein fehlen jeweils rund 100 Ersatzteile. Zwei weitere norwegische Flugzeuge seien zur Ausbildung ukrainischer Piloten in Dänemark verwendet worden, berichtet das norwegische Medium „NRK“.
„Bei den vier Flugzeugen, die in Kisten an Sabena in Belgien geliefert wurden, fehlen jeweils etwa 100 Teile. Daher wird ihre Montage lange dauern“, sagte ein Berater der ukrainischen Armee gegenüber „NRK“. Er wollte anonym bleiben. Sabena Technics ist ein internationaler Anbieter für die Wartung und Reparatur von Flugzeugen. Auch der norwegische Verteidigungsminister Tore O. Sandvik hat bestätigt, dass sich die norwegischen F-16-Maschinen in Belgien befinden. Es gilt als unrealistisch, dass die Kampfjets vor Frühling 2027 einsatzbereit sind.







