Der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas – viele Jahrzehnte lang ließ sich das auf den nächsten Tag verschieben. Oder noch weiter weg, wie etwa das klimaneutrale Deutschland 2045. Weil Ordnungspolitik nicht wirkte, kam der CO2-Preis: Politisch gewollt (und der Klimakrise geschuldet), werden fossile Energieträger seitdem immer teurer – und umweltfreundliche Alternativen wirtschaftlich attraktiver. Stadtwerke und Kommunen wissen es längst: Die Wärmepumpe hat das Rennen gegen die Gasheizung gewonnen. Wer das nicht glauben mag, sollte durch die Neubaugebiete seiner Stadt gehen.
Bis 2045 sind es noch 19 Jahre. So lange hält eine neue Gasheizung, bei guter Wartung. Doch wer jetzt tatsächlich noch in fossile Wärme investiert, weil er auf Technologieoffenheit in seinem Heizungskeller pocht, der sollte gut rechnen – und umsteigen, ehe er der Letzte in seiner Straße ist, der noch mit Gas heizt.
Bürger und Gaskunden nicht im Stich lassen
Die Wärmepläne der Kommunen sind nicht verbindlich, sie sind auch nicht in Stein gemeißelt. Doch sie müssen realistisch sein, damit sie Bürgerinnen und Bürgern als Orientierungshilfe dienen können: Habe ich die Möglichkeit, an das lokale Wärmenetz angeschlossen zu werden oder muss ich mich selbst um meine Wärme kümmern? Kommunen, Stadtwerke und Netzbetreiber dürfen ihre Bürger und Kunden bei diesen Entscheidungen nicht im Stich lassen.
Hinter den Wärmeplänen stehen Milliardeninvestitionen, vor allem in den Ausbau der Stromnetze, die sonst dem Hochlauf der Wärmepumpe nicht standhalten. Wenn die Bundesregierung tatsächlich die Energiewende effizienter gestalten will, dann sollte sie genau hier im Nadelöhr der Energiewende anfangen: im System der Verteilnetzbetreiber.


