Nach Ankündigungen des Iran, man könne im Krieg mit den USA auch auf bisher nicht eingesetzte Waffen zugreifen, laufen die Spekulationen heiß. In mehreren Medien hieß es, der Iran könnte speziell trainierte Militärdelfine auf US-Schiffe loslassen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Dienstag in Washington, der Iran habe solche Delfine nicht. Ob die USA selbst „Kamikaze-Delfine“ in ihrem Bestand haben, wollte Hegseth auf Nachfrage „weder bestätigen noch dementieren“.
Dabei ist bekannt, dass die US-Marine seit Jahrzehnten ein Programm mit den schlauen Meeressäugern unterhält, speziell mit Großen Tümmlern und Kalifornischen Seelöwen. Die Delfine werden darauf trainiert, Minen unter Wasser aufzuspüren. Sie sind Teil der Abteilung für Geheimdienst, Überwachung und Aufklärung (ISR) innerhalb des Naval Information Warfare Center Pacific. Von „Kamikaze“ kann dabei allerdings nicht die Rede sein: Die Tiere der US-Marine opfern nicht ihr Leben, um mit ihren Leibern Sprengkörper zur Explosion zu bringen.
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Delfine helfen beim Aufspüren von Minen und schützen Häfen
„Wir setzen Meeressäuger ein, um Objekte unter Wasser aufzuspüren und Häfen durch die Erkennung von Eindringlingen zu schützen“, sagte Ingenieur Scott Savitz, der zuvor beim inzwischen aufgelösten Minenkriegskommando der US-Marine tätig war, gegenüber CNN. Die Delfine legen in der Nähe der von ihnen entdeckten Minen „Markierungsbojen“ ab, um menschlichen Tauchern dabei zu helfen, diese zu finden und unschädlich zu machen.
Inwiefern Iran ein ähnliches Programm unterhält oder die Tiere gar als Waffen einsetzt, ist umstritten. Nach einem BBC-Bericht aus dem Jahr 2000 soll Teheran damals Kampfdelfine gekauft haben. Russland setzte solche Tiere ein, um Häfen zu bewachen. Nur: Delfine werden in freier Wildbahn meist 20 bis 35 Jahre alt, in seltenen Einzelfällen 40 bis 50 Jahre. In Gefangenschaft, so legen Studien nahe, können die Tiere je nach Haltung älter werden als in der Natur. Das heißt: Selbst wenn Teheran um die Jahrtausendwende Kampfdelfine erworben haben sollte, sind wohl nur noch wenige von ihnen am Leben.
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Normalerweise kommen Militärdelfine erst nach Ende der Kampfhandlungen zum Einsatz
Delfine sind sehr intelligente Tiere. Sie leben in komplexen sozialen Strukturen, arbeiten bei der Jagd als Team zusammen und warnen sich gegenseitig. Zur Kommunikation nutzen sie individuelle Pfeiftöne, die als „Namen“ für Artgenossen fungieren. Sie besitzen ein Ich-Bewusstsein, nutzen Werkzeuge, kommunizieren komplex, zeigen Empathie und lernen schnell.
Wie das „Wall Street Journal“ vor Kurzem berichtete, erwägt die iranische Führung, US-Schiffe durch bewaffnete Delfine angreifen zu lassen. Die Tiere könnten theoretisch Sprengsätze an US-Schiffen anbringen. Man kann sie darauf trainieren, das Mundstück feindlicher Taucher anzugreifen. Doch normalerweise kommen die Tiere erst nach Abschluss der Kampfhandlungen zum Einsatz, wie Ingenieur Savitz sagte.

Könnte das iranische Programm – sofern es je existierte – neu aufgelegt werden? Wahrscheinlich ist das nicht: Das Training ist aufwendig, die Haltung der Delfine ist es auch. Konventionelle Waffen scheinen in der aktuellen Lage für die Iraner vorteilhafter zu sein.







