Nordkorea gilt als einer der wichtigsten Unterstützer Moskaus in Russlands Krieg gegen die Ukraine. Laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes NIS sollen bis zu 15.000 Soldaten in den Ukraine-Krieg geschickt worden sein. Etwa 6.000 sollen gestorben oder verwundet worden sein. Weder Pjöngjang noch Moskau haben diese Zahlen bestätigt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat nun Soldaten, die sich im Kampf selbst getötet haben, öffentlich als „Helden“ bezeichnet. In einer Rede bei der Einweihung eines Denkmals für gefallene Soldaten am Montag bezeichnete er diejenigen, die sich „ohne zu zögern für einen Selbstmordanschlag entschieden haben, um die große Ehre zu verteidigen“, als Vorbilder für seine Armee. Damit bestätigte Kim erstmals offiziell eine Praxis, die Geheimdienste bereits seit Längerem vermuteten. Unter anderem berichtet die Nachrichtenagentur Reuters darüber.

Auch interessant

Nordkorea: Soldaten sollen sich lieber töten als sich ergeben

Laut Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes wurden nordkoreanische Soldaten angewiesen, sich selbst zu töten, anstatt sich der Ukraine zu ergeben, berichtet der Sender „BBC“. In Nordkorea gelte Gefangennahme als Verrat. Wie erschütternd diese Praxis in der Realität aussieht, zeigt ein Interview des südkoreanischen Senders MBC mit einem nordkoreanischen Kriegsgefangenen: „Alle anderen haben sich selbst in die Luft gesprengt. Ich habe versagt“, sagte der Mann vor laufender Kamera, wie die „BBC“ berichtet.

Mehr rund um Russland – für Sie recherchiert

In seiner Rede in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang habe Kim auch alle anderen im Kampf Gefallenen gewürdigt. „Diejenigen, die an vorderster Front der Angriffe gefallen sind... auch sie können als die treuen Krieger und Patrioten der Partei bezeichnet werden“, sagte er. Ihre Selbstaufopferung bezeichnete er als „die Definition der höchsten Loyalität unserer Armee“. Unter den Teilnehmern der Gedenkfeier waren der russische Verteidigungsminister Andrej Beloussow sowie der Sprecher des russischen Parlaments.

pau