Immer wenn am 9. Mai in Moskau der „Tag des Sieges“ im „Großen Vaterländischen Krieg“ begangen wird, verwandelt sich die Gegend rund um den Roten Platz in eine riesige Waffenkammer. Voller Stolz zeigt das russische Militär bei der Parade seine neuesten Errungenschaften. Panzer rollen über den Asphalt, Raketen und Drohnen werden durch die Straßen gefahren, und am Himmel donnern Kampfflieger über die Köpfe von Wladimir Putin und seiner Staatsgäste hinweg. So geht es seit Jahren, und so wäre es auch in diesem Jahr, wenn es der Ukraine zuletzt nicht zunehmend gelungen wäre, Ziele tief hinter der Front auf russischem Territorium anzugreifen.
Weil selbst Moskau vor ukrainischen Drohnenattacken nicht mehr sicher ist, wird die Militärparade dieses Jahr anders aussehen. Angesichts der „terroristischen Bedrohung“ würden alle Schritte unternommen, um „die Gefahr zu minimieren“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch vor Journalisten. Will heißen: „Aufgrund der aktuellen Einsatzlage“ wird die Siegesparade in Moskau ohne militärisches Gerät stattfinden, außerdem werden mehrere Militärakademien und Kadetten-Corps nicht teilnehmen. Bei der Parade sollen offiziellen russischen Angaben zufolge aber Vertreter aller Abteilungen der Streitkräfte vertreten sein. Zudem sollen Videos von Truppen gezeigt werden, die „Aufgaben im Gebiet des speziellen Militäreinsatzes“ ausführen.
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Experte: Ukraine könnte Militärgerät bei der Vorbereitung außerhalb Moskaus treffen

Der unabhängige Analyst Ruslan Leviev erklärte gegenüber dem Sender TV Rain: „Die Ausrüstung ist bereits in der Vorbereitungsphase gefährdet, da die Kolonnen außerhalb von Moskau auf offenen Übungsplätzen parken und proben, die mit Drohnen leicht zu treffen sind. Soldaten mitten in der Innenstadt zwischen Touristen zu treffen, wäre nicht so einfach.“
Für Kreml-Herrscher Wladimir Putin bedeutet die abgespeckte Parade das Eingeständnis, selbst im vermeintlich sicheren russischen Hinterland militärisch nicht mehr alles unter Kontrolle zu haben. Im vergangenen Jahr sah das noch ganz anders aus. Zum 80. Jahrestag des Weltkriegsendes waren T-90-Panzer, Iskander-Raketen, Drohnen und auch Interkontinental-Raketen vom Typ Jars über den Roten Platz gefahren – neben einem Aufmarsch von etwa 11.000 Soldaten.

Putin nutzt „Tag des Sieges“ zur Militarisierung der russischen Gesellschaft
Kiew hatte damals versucht, die Feierlichkeiten im Vorfeld mit massiven Drohnenangriffen auf Moskau zu stören, was zu einem Chaos im Flugverkehr führte. Dennoch nahmen zahlreiche hochrangige Gäste aus dem Ausland an der Parade teil, darunter der chinesische Präsident Xi Jinping.
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Der Zweite Weltkrieg, in dem mehr als 20 Millionen Menschen in der Sowjetunion starben, war vor 81 Jahren durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht zu Ende gegangen. In Westeuropa wird des Ereignisses am 8. Mai gedacht. In Russland wird der „Tag des Sieges“ wegen der Zeitverschiebung am 9. Mai gefeiert. Dort dient der „Kult“ des sogenannten „Großen Vaterländischen Krieges“ laut Experten mittlerweile auch dazu, die Gesellschaft weiter zu militarisieren und militärische Gewalt zu normalisieren. Wehrerziehung ist an russischen Schulen mittlerweile ein integraler Bestandteil des Lehrplans.
tok mit AFP






