Ein Mann hat im Norden Londons zwei Menschen mit einem Messer angegriffen. Anschließend ergriff er zu Fuß die Flucht, konnte jedoch von der Polizei gestellt werden, berichtet unter anderem die BBC.
Der erste Angriff soll sich vor einem Laden, der zweite vor einer Synagoge ereignet haben. Beide Opfer sind männlich, jüdisch und wurden laut BBC teils schwer verletzt. Sie befinden sich demnach bereits in ärztlicher Behandlung. Der Angriff wurde offiziell als Terrorattacke eingestuft. Das sagte der Leiter der Anti-Terror-Einheit, Assistant Commissioner Laurence Taylor, in einer kurzen Stellungnahme am Nachmittag.
Inzwischen hat sich die Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya, kurz HAYI, zu den Angriffen bekannt. Der Verfassungsschutz vermutet hinter HAYI ein irakisch-schiitisches Netzwerk, das mit den iranischen Mullahs in Verbindung steht.
Im britischen Parlament reagierte Premierminister Keir Starmer bereits auf die Nachricht. Er bezeichnete den Vorfall als „zutiefst beunruhigend“. Man müsse entschieden gegen solche Vorfälle vorgehen und habe bereits viel zu viele davon erlebt.
The antisemitic attack in Golders Green is utterly appalling.
— Keir Starmer (@Keir_Starmer) 29. April 2026
Attacks on our Jewish community are attacks on Britain.
Thank you to Shomrim, Hatzola and the police for acting swiftly. Those responsible will be brought to justice.
Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den „verabscheuungswürdigen Angriff auf zwei jüdische Londoner“. Khan sprach von einer „Serie schockierender antisemitischer Angriffe“ auf die jüdische Gemeinschaft in der britischen Hauptstadt. „Es darf in der Gesellschaft absolut keinen Raum für Antisemitismus geben“, betonte er.
Mehrere Angriffe auf jüdische Einrichtungen in London
Der Vorfall soll sich in dem stark jüdisch geprägten Viertel Golders Green im Nordwesten der britischen Hauptstadt abgespielt haben. Zuletzt kam es in London zu mehreren Angriffen auf jüdische Einrichtungen. Erst vor wenigen Wochen waren etwa vier Krankenwagen einer jüdischen Gemeinde in Golders Green bei einem antisemitisch motivierten Brandanschlag zerstört worden. Zudem gab es einen Angriff auf einen persischsprachigen Fernsehsender, der der iranischen Opposition nahesteht.

Auch vorherige Anschläge beanspruchte die bisher weitgehend unbekannte Gruppe HAYI für sich, die offenbar mit dem Iran in Verbindung steht.
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Erst am Montag hatte der deutsche Verfassungsschutz vor der Gruppe HAYI gewarnt. Die Drohungen der Gruppierung, sich „nicht mehr nur auf ‚einfache‘ Angriffe zu beschränken, sondern langfristig auch gefährlichere Tatmittel einzubeziehen“, sei neu.
lro mit dpa/AFP




