Der Mann, der möglicherweise als Kronzeuge gegen den gestürzten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aussagen könnte, ist unter dem Spitznamen „el Pollo“ („das Huhn“) bekannt. Sein Spitzname steht in starkem Kontrast zu seiner Biografie: Der ehemalige General Hugo Carvajal Barrios war einst Chef des venezolanischen Militärgeheimdienstes. Im Jahr 2025 bekannte er sich vor einem US-Bundesgericht schuldig, in Drogenhandel und Terrorismus verwickelt gewesen zu sein.
Carvajal könnte Kronzeuge gegen Maduro werden
Während Maduro derzeit in einem Gefängnis in Brooklyn auf seinen Prozess wegen mutmaßlichen Drogenhandels und Terrorismus auf Bundesebene wartet, deutet ein Brief Carvajals an US-Präsident Donald Trump aus dem Dezember darauf hin, dass der frühere Geheimdienstchef sich von einem Angeklagten zu einem möglichen Informanten gegen seinen früheren Präsidenten wandeln könnte, wie CNN berichtet.
In dem Schreiben, das CNN vorliegt und das zunächst im „Dallas Express“ veröffentlicht wurde, schrieb Carvajal an Trump, er wolle seine früheren „Fehler wiedergutmachen“, damit die Vereinigten Staaten sich vor Gefahren schützen könnten, deren Zeuge er über viele Jahre gewesen sei.
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Vorwürfe gegen Maduro: Einflussnahme auf US-Wahlen
Weiter erhebt er große Vorwürfe, darunter die Behauptung, Maduro habe versucht, US-Wahlen zu beeinflussen (ohne diese näher zu benennen), und er habe sich mit der venezolanischen Bande Tren de Aragua verbündet, um die USA mit Drogen, Kriminellen und Spionen zu durchsetzen. Diese Anschuldigungen überschneiden sich teilweise mit den Vorwürfen, die auch im Verfahren gegen Maduro eine Rolle spielen, berichtet CNN weiter.
Das US-Justizministerium hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Schreiben geäußert, jedoch könnte Carvajal mit seinen Einblicken in die Strukturen des venezolanischen Staates für die Anklage ein bedeutender Zeuge sein. Ob Präsident Trump den Brief Carvajals tatsächlich gelesen hat, ist laut CNN unklar.
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Carvajal wechselt die Seiten und unterstützt den Oppositionsführer
Carvajal gehörte lange zum inneren Machtzirkel Venezuelas. Der von ihm geleitete Militärgeheimdienst DCGIM soll für die Inhaftierung und mutmaßliche Folter von Regierungskritikern verantwortlich gewesen sein.
2019 brach er mit Maduro, stellte sich auf die Seite des Oppositionsführers Juan Guaidó und floh nach Spanien. Seine Flucht wurde Teil einer Reihe von Absetzbewegungen aus dem Regime, die der damalige US-Senator Marco Rubio als „Dammbruch“ bezeichnete.
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US-Regierung klagt „El Pollo“ wegen Drogenhandels an
„El Pollo“ stand schon seit Längerem im Visier der US-Regierung. 2008 hatte die Bush-Regierung ihn wegen „wesentlicher Unterstützung der Drogenhandelsaktivitäten“ der FARC, einer kolumbianischen linksextremen Miliz, sanktioniert, wie CNN berichtet.
News aus den USA
Im April 2019 folgte schließlich eine Anklage vor einem US-Bundesgericht. Ihm wurde vorgeworfen, 2006 versucht zu haben, 5,6 Tonnen Kokain in die USA zu schmuggeln und die FARC mit Waffen und Sprengstoff versorgt zu haben. Seitdem befindet er sich in US-Haft.









