Nach dem Tod einer Journalistin durch einen israelischen Luftschlag im Südlibanon sind in Teilen des Landes mehrere Mahnwachen abgehalten worden. Am Donnerstag haben sich in der Hauptstadt Beirut etwa 150 Medienschaffende versammelt und der Toten gedacht, berichtet die Zeitung „L’Orient“. Die Journalistin Amal Khalil ist am Mittwoch getötet worden, als sie mit mehreren anderen Menschen – auch Medienschaffenden – während eines israelischen Luftangriffs getroffen wurde.
Sie hatte noch versucht, mit einer Fotografin in ein nahegelegenes Haus zu fliehen. Nach Angaben der Gruppe, der sie angehörte, verharrte sie dort über mehrere Stunden. Das Haus wurde jedoch von einem zweiten Luftschlag getroffen und stürzte ein. Die Journalistin konnte vom Roten Kreuz und der libanesischen Armee nur noch tot geborgen werden. Die Fotografin kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Khalil war für die Tageszeitung „Al Akhbar“ tätig. Menschenrechtsorganisationen und auch die Regierung des Libanon werfen Israel vor, die Rettung der Verschütteten behindert zu haben.
Israels Armee tötet Journalistin bei Luftangriff – Menschenrechtler: „stellt ein Kriegsverbrechen dar“
Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt den Angriff auf die Journalistin und spricht von einem „Kriegsverbrechen“. „RSF hatte dringend an die Regierung von Benjamin Netanjahu appelliert, Rettungskräften den Zugang zur Journalistin zu ermöglichen. Dennoch verhinderte die israelische Armee, dass rechtzeitig Hilfe geleistet werden konnte. Die gezielte Tötung einer Zivilistin, die als Journalistin tätig ist, stellt ein Kriegsverbrechen dar“, heißt es in einer Pressemitteilung.
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„Amal Khalil lag nach israelischen Angriffen stundenlang im Sterben. Rettungskräfte wurden durch das Feuer der israelischen Armee daran gehindert, sie zu erreichen. Das sind Kriegsverbrechen“, sagt Christopher Resch, RSF-Pressereferent für Nahost.
Libanesische Journalistin soll Drohanruf von israelischer Nummer bekommen haben
Der „Guardian“ berichtet, Khalil habe bereits im Jahr 2024 einen Drohanruf von einer israelischen Telefonnummer bekommen, in dem es hieß, sie werde getötet, wenn sie den Südlibanon nicht verlasse. Angaben ihres Arbeitgebers und des libanesischen Gesundheitsministeriums zufolge war Khalil zum Zeitpunkt des Angriffs in der Nähe des Dorfes al-Tiri. Sie soll Schutzausrüstung getragen haben und durch Schilder als Vertreterin der Presse erkennbar gewesen sein. „Sie war ein Vorbild“, sagte die Präsidentin der Union der libanesischen Journalisten, Elsy Moufarrej, dem Sender Sky News.
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Libanons Präsident Joseph Aoun warf dem israelischen Militär ebenfalls vor, Journalisten gezielt anzugreifen. „Diese Angriffe stellen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, das nach internationalem Recht und internationalen Konventionen strafbar ist. Das muss die internationale Gemeinschaft dazu bewegen, zu intervenieren und dem ein Ende zu setzen“, teilte er mit.
Nach Angaben von RSF wurde Khalil 42 Jahre alt. Die Kriegsreporterin kam selbst aus dem Südlibanon. Seit Beginn des Krieges im Jahr 2023 hielt sie sich im Süden des Landes auf. Laut RSF unterstützt die Zeitung „Al Akhbar“ die Widerstandsbewegung gegen die israelische Besatzung im Südlibanon und insbesondere die Hisbollah. Das hat sie möglicherweise zur Zielscheibe Israels gemacht.
mit KNA







