Hat sich der südkoreanische Vereinigungsminister Chung Dong-young verplappert? Das lässt zumindest eine Maßnahme vermuten, die das US-Militär jüngst ergriffen hat. Nach Informationen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap haben die USA die Weitergabe von Satelliten- und Geheimdienstinformationen an Seoul eingeschränkt. Die Beschränkungen gelten „seit Anfang des Monats“, sie „beeinträchtigen jedoch nicht wesentlich die militärische Bereitschaft“, zitiert die Agentur einen südkoreanischen Militärangehörigen.

Ein drastischer Schritt, der auf eine Äußerung Chungs im südkoreanischen Parlament folgt. Im März hatte der Minister gesagt, dass Nordkorea verdächtigt werde, in der im Norden des Landes gelegenen Kusong-Region eine Anlage zur Urananreicherung zu betreiben. Angereichertes Uran ist für den Betrieb von Atomkraftwerken und den Bau von Atombomben nötig. Diese Information war aber offenbar nicht für die Öffentlichkeit gedacht.

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Südkorea: Wie geheim waren die Informationen wirklich?

Nach Angaben südkoreanischer Medien protestierte Washington im Anschluss, weil Chung vertrauliche Informationen der US-Geheimdienste preisgegeben habe – ohne Genehmigung. Die routinemäßige Weitergabe von Satellitendaten wurde deshalb „eingeschränkt“, heißt es in den Berichten. In Südkorea sieht sich Chung nun Vorwürfen der Opposition ausgesetzt.

Dabei ist unklar, wie geheim der Ort der nordkoreanischen Urananreicherungsanlage überhaupt ist. Das südkoreanische Vereinigungsministerium betonte, dass Chungs Äußerungen auf öffentlichen Informationen fußen. So hätten bereits mehrere Forschungsinstitute darüber berichtet.

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Die US-Streitkräfte in Südkorea teilten der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit, die Medienberichte zur Kenntnis genommen zu haben. Sie hätten dem „nichts hinzuzufügen“. Die Einschränkungen bleiben also vorerst bestehen. Die USA sind Südkoreas engster Verbündeter in der Verteidigung. 

lro/AFP