Nach Drohungen Russlands gegen Deutschland ist der russische Botschafter einbestellt worden. Hintergrund ist, dass das russische Verteidigungsministerium vor einigen Tagen Adressen deutscher und anderer europäischer Rüstungsfirmen veröffentlicht hatte. Dies war verbunden gewesen mit scharfer Kritik an Europa wegen der Ankündigung neuer Drohnenlieferungen an die Ukraine.

Russlands Vizechef des nationalen Sicherheitsrats Dmitri Medwedew bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen zudem als „Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“. Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er.

Auch interessant

Die Drohungen seien „ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen“, erklärte das Auswärtige Amt in einem Post bei X. Deutschland lasse sich jedoch „nicht einschüchtern“. Drohungen dieser Art sowie jede Form von Spionage durch Russland seien „vollkommen inakzeptabel“.

Russland droht Unternehmen, die Verbindungen zur Ukraine haben

Das Auswärtige Amt wollte auf Anfrage zunächt nicht präzisieren, worauf sich die Drohungen bezogen hätten. Möglicherweise hat die Einbestellung mit einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums von vergangener Woche zu tun: Das Ministerium drohte darin, Unternehmen in Europa ins Visier zu nehmen, die Verbindungen zur Ukraine haben. 

Auch interessant

Genannt werden auch drei deutsche Firmen, unter anderem Davinci Avia - ein Tochterunternehmen des ebenfalls gelisteten niederländischen Rüstungskonzerns Destinus, der Motorenhersteller und Rüstungszulieferer 3W Professional in Hanau und das Münchner Luftfrachtunternehmen Airlogistics Germany.

Russischer Botschafter bei BSW Ausstellung
Russlands Botschafter Sergej Netschajew© Fabian Sommer/dpa | Fabian Sommer

Das russische Ministerium verweist in einer Nachricht im Online-Netzwerk Telegram auf Pläne der Ukraine, gemeinsam mit europäischen Partnern die Drohnenproduktion auszubauen. Es wertete die Pläne als „mutwilligen Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärischen und politischen Situation auf dem gesamten europäischen Kontinent“ führe. Die europäische Rüstungsunterstützung für die Ukraine werde die Länder „zunehmend in den Krieg mit Russland hineinziehen“.

tok/afp