Der Krieg ist weit weg. Aber manchmal steht er plötzlich direkt vor uns – an der Zapfsäule. Dann zeigt die Preistafel Zahlen, bei denen man kurz überlegt, ob man gerade Benzin oder Champagner tankt. Mehr als zwei Euro pro Liter? Und das soll erst der Anfang sein?

Wenn Konflikte Ölregionen erschüttern, reagiert der Markt sofort. Händler fürchten Engpässe, Preise steigen, Tankstellen passen ihre Anzeigen an. Der Sprit im Tank unter der Zapfsäule mag noch zum alten Preis eingekauft worden sein – verkauft wird er trotzdem zum neuen. Das nennt sich Marktlogik. Oder, je nach Perspektive: Timing.

Spritpreise belasten Pendler und Familien im Alltag

Das Problem: Für viele Menschen ist Autofahren kein Luxus, sondern Alltag. Der Weg zur Arbeit, der Einkauf, der Besuch bei den Enkeln – all das hängt oft am eigenen Auto. Wenn der Spritpreis explodiert, trifft das besonders diejenigen, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Der Krieg wird dann zur Rechnung im Portemonnaie.

Jetzt den „Späti“ abonnieren

Sie möchten solche Kommentare lieber als Mail in Ihr Postfach bekommen? Dann einfach hier entlang.

Man kann sagen: Der Markt regelt das. Man kann über Steuersenkungen diskutieren. Oder über Übergewinnsteuern für Konzerne, die an Krisen prächtig verdienen. Sicher ist nur: Die Kosten verschwinden nicht. Es geht immer darum, wer sie trägt.

Spritpreise steigen: Verbraucher zahlen, Staat profitiert von Steuern

Gegenwärtig sind es vor allem die Verbraucher. Sie zahlen an der Zapfsäule – und indirekt auch im Supermarkt, weil Transport teurer wird. Gleichzeitig fließt mehr als die Hälfte des Spritpreises in Form von Steuern an den Staat. Die Politik hat also durchaus Hebel. Die Frage ist nur, ob sie sie nutzen will.

Denn eines ist klar: Wenn Kriege den Ölpreis treiben, lässt sich das nicht vollständig verhindern. Aber man kann entscheiden, ob die Rechnung ausschließlich beim Autofahrer landet – oder ob sie gerechter verteilt wird.