Erneut patzt der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit einem Beitrag und sorgt damit für Kritik. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ vom Sonntag wurde ein Applaus von Angela Merkel im Zusammenhang mit der Wahl von Friedrich Merz zum CDU-Parteivorsitzenden gezeigt. Die Bilder erwecken den Eindruck, sie habe unmittelbar nach der Wahl applaudiert. Tatsächlich stammen die Aufnahmen vom Ende der Merz-Rede. Als das Wahlergebnis bekannt gegeben wurde, hatte Merkel den Parteitag bereits verlassen.
In der Mediathek ersetzte die ARD die Sequenz inzwischen durch anderes Material. Ein Hinweis unter dem Video informiert über die Änderung und enthält die Bitte, „den Fehler zu entschuldigen“. Zudem sei die ursprüngliche Fassung nach Ausstrahlung entfernt worden, erklärte eine Sprecherin des ARD-Hauptstadtstudios. „Das gezeigte Bild von Merkel sei ‚echt‘“, betonte sie. Allerdings sei ein falscher Eindruck entstanden, wann sie klatschte.
Auch interessant
Allerdings lief am späten Sonntagabend im Digitalsender Tagesschau24 noch einmal die ursprüngliche, nicht korrigierte Version.
Sensible Phase für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Der Vorgang fällt in eine Phase erhöhter Sensibilität für redaktionelle Fehler im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Erst vor wenigen Tagen hatte das ZDF im „heute journal“ Bilder verwendet, die teils KI-generiert, teils aus einem anderen Zusammenhang stammten. Der Vorfall hatte eine Debatte über journalistische Sorgfaltspflichten ausgelöst.
Auch interessant
Auch auf der Plattform X sorgte der Beitrag für Kritik. Ein Nutzer schrieb: „Ist das möglich nach dem Skandal ums ZDF? Wie dreist muss man sein!“ Ein anderer urteilte: „Der ÖRR ist so was von off. Man sitzt da und staunt. Unglaublich.“





