Eine Lehrerin einer öffentlichen Schule ist am Montag, 16. Februar, in Savannah im US-Bundesstaat Georgia ums Leben gekommen, nachdem ein Mann auf der Flucht vor Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) mit seinem Auto in ihr Fahrzeug krachte. Das teilte die örtliche Polizei mit. Der Unfall passierte ausgerechnet vor einer Schule – an einem Tag, an dem wegen Presidents’ Day kein Unterricht stattfand, Lehrkräfte aber zu einem Planungstag erwartet wurden.

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Unfall vor einer Schule: Flucht vor ICE endet tödlich

Laut dem Police Department des Chatham County ereignete sich der Zusammenstoß vor der Herman W. Hesse K-8 School, einer öffentlichen Schule mit etwa 1.000 Schülerinnen und Schülern. Bei dem Fahrer, der nach Angaben der Behörden flüchtete, handelt es sich um einen 38-jährigen Mann. ICE-Beamte hätten versucht, ihn kurz vor 7.45 Uhr zur Festnahme anzuhalten, erklärte die örtliche Polizei.

Das Heimatschutzministerium (DHS) schildert den weiteren Ablauf in einer Erklärung so: Der Mann sei „vom Ort geflüchtet“, habe eine riskante Kehrtwende gemacht und eine rote Ampel überfahren. Dabei sei er mit einem „zivilen Fahrzeug“ kollidiert. Wie genau der Zugriff ablief, bleibt allerdings auch eine Frage der Zuständigkeit: Das Police Department des Chatham County betont, es sei nicht an dem ICE-Einsatz beteiligt gewesen und habe im Vorfeld nichts davon gewusst.

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Sonderpädagogin stirbt bei Unfall – Schule trauert um „geliebtes Mitglied“

In dem gerammten Auto saß nach Angaben der Polizei nur eine Person: Die Sonderpädagogin wurde ins Krankenhaus gebracht; dort stellten Ärzte ihren Tod fest, so die Ermittler. Ein drittes Fahrzeug war ebenfalls beteiligt, verletzt wurde dort jedoch niemand, sagte Polizeisprecherin Betsy Nolen am Dienstag gegenüber „CNN“.

Für die Schule war es mehr als eine Meldung: Es war der Tod einer Kollegin. Schulleiterin Alonna McMullen schrieb in einer Facebook-Erklärung, Davis sei „ein geliebtes Mitglied unserer Schulfamilie“ gewesen, ihr Verlust treffe die Schule tief. Davis habe seit 2022 im Schulbezirk gearbeitet. McMullen sagte zudem dem Sender „CNN“, Davis habe ihre Arbeit darauf ausgerichtet, dass sich jedes Kind unterstützt und wertgeschätzt fühle; ihre Freundlichkeit und Geduld hätten viele geprägt.

Ermittlungen und Anklage: Mord ersten Grades nach tödlichem Verkehrsunfall

Auch der Unfallverursacher kam nach Polizeiangaben ins Krankenhaus und wurde wegen nicht lebensgefährlicher Verletzungen behandelt. Festgenommen wurde er anschließend von der örtlichen Polizei. Laut Sprecherin Betsy Nolen lautet die Anklage unter anderem auf Mord ersten Grades – dazu kommen Vorwürfe wie rücksichtsloses Fahren, Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis und die Missachtung einer Verkehrsregel.

Dass die Ermittler in einem Fall, der wie ein Verkehrsunfall begann, eine Mordanklage erheben, ist in den USA nicht ungewöhnlich, wenn Behörden ein extrem gefährliches Fahrverhalten als bewusstes Inkaufnehmen tödlicher Folgen werten. Welche Details dabei entscheidend sind, soll nun die weitere Ermittlung klären.

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ICE und Abschiebungsanordnung: Der Fall wird zur Bundesangelegenheit

Parallel zu den strafrechtlichen Vorwürfen rückt auch er Aufenthaltsstatus des Mannes in den Fokus der Bundesbehörden. Das Heimatschutzministerium teilte mit, Lopez stamme aus Guatemala und habe bereits 2024 von einem Bundesrichter eine endgültige Abschiebungsanordnung erhalten. Außerdem erklärte das Ministerium, er sei zu einem unbekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort illegal in die USA eingereist.

Der Verdächtige sitzt nun im Gefängnis des Chatham County, sagte Tawana Garrett, Sprecherin des Sheriffbüros, gegenüber „CNN“. Er werde dort unter einem sogenannten „immigration detainer“ geführt. Das ist keine neue Anklage, sondern ein ICE-Vermerk an die Haftbehörde: Sie soll ICE informieren, bevor die Person freikommt, damit Bundesbeamte sie übernehmen können. In manchen Fällen wird außerdem gebeten, die Person bis zu 48 Stunden über den geplanten Entlassungszeitpunkt hinaus festzuhalten, um die Übergabe zu organisieren. Nach Angaben des Sheriffbüros hat Lopez im County allerdings keine offenen Haftbefehle.

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Politische Reaktionen: Kristi Noem und Kritik an ICE-Methoden

Der Fall wird inzwischen auch politisch gedeutet. „Sich der Festnahme durch Bundesbeamte zu entziehen und Widerstand zu leisten, ist nicht nur ein Verbrechen, sondern außerordentlich gefährlich“, sagte die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin. Das bringe „einen selbst, unsere Einsatzkräfte und unschuldige Zivilisten in Gefahr“. Auch Heimatschutzministerin Kristi Noem schrieb am Dienstag auf X, ein „unschuldiger Amerikaner“ habe sein Leben verloren, weil ein „krimineller illegaler Ausländer“ versucht habe, sich der Festnahme zu entziehen.

Gegenrede kommt aus der Region selbst: Anne Allen Westbrook, Demokratin und Abgeordnete für Chatham County im Repräsentantenhaus von Georgia, schrieb in einem Facebook-Beitrag, der Unfall habe sich in einem Gebiet ereignet, durch das viele Familien täglich fahren – „einschließlich ihrer eigenen“. „Das Ausmaß und die Dimension von ICEs Schleppnetz kostet uns zu viel“, so Westbrook.