Erfahrene Kämpfer aus der Ukraine sollen bald Soldaten der Bundeswehr ausbilden. Ein bereits am Freitag unterzeichnetes Abkommen zwischen Deutschland und der Ukraine sieht vor, dass die Ausbilder aus dem osteuropäischen Land ihre Fronterfahrung an die deutschen Kollegen weitergeben. Besonders im Fokus ist dabei der Kampf gegen Drohnen.

„Es ist geplant, vor allem an den Truppenschulen des Heeres die Erfahrungen ukrainischer Soldatinnen und Soldaten in die Ausbildung im Heer einfließen zu lassen“, sagte ein Sprecher des Heeres der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Weitere Einzelheiten sind bisher nicht bekannt.

Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert

Ukrainische Soldaten sollen Fronterfahrung an die Bundeswehr weitergeben

Mit dem Schritt reagiert die Bundeswehr auf die erheblichen Veränderungen auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine. So haben die ukrainischen Soldaten umfangreichere Erfahrungen beim Einsatz und der Bekämpfung von Drohnen, aber auch bei der schnellen Integration moderner Führungstechnologien in der kämpfenden Truppe.

Schlagzeilen hatte in der vergangenen Woche ein Bericht des amerikanischen „Wall Street Journal“ (WSJ) gemacht. Wie das Blatt berichtete, schaltete im vergangenen Jahr bei einer Nato-Übung im Baltikum ein Team von etwa zehn eingeladenen Ukrainern innerhalb kürzester Zeit zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge und andere Ziele aus.

Auch interessant

Ein Übungsteilnehmer sagte dem Blatt, die von Esten geführte gegnerische Einheit mit den Ukrainern habe „zwei Bataillone an einem Tag“ kampfunfähig gemacht. Der Nato-Seite sei es nicht gelungen, die gegnerischen Drohnenteams auszuschalten. Die Nato hatte sich auf Anfrage nicht zu Details des Übungsverlaufs geäußert. Eine Sprecherin wies darauf hin, dass Übungsszenarien gezielt so angelegt werden können, dass die gegnerische Seite im Vorteil ist.

nfz/dpa