„Die Gen Z muss mehr arbeiten! Das haben wir früher auch gemacht.“ Diesen Satz höre ich als Teil der jungen Generation sehr oft. Friedrich Merz nimmt Schlagwörter dazu: „Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht halten.“

Dahinter steckt der Stolz der Boomer. Sie haben sich ein Leben lang kaputtgeschuftet, und dafür verlangen sie eine Würdigung. Ich möchte aber mal fragen: Was hat es ihnen gebracht?

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Tatsächlich halten Boomer ein Leben mit möglichst viel Arbeit immer noch für das Ideal. Aber am Ende blicken sie dann doch zurück und sagen: „Ich habe nichts von der Welt gesehen, bin psychisch erschöpft und körperlich kann ich auch nicht mehr.“

Fleißdebatte: Die Gen Z arbeitet so viel wie keine andere Generation

Vitus Weber, Volontär
Vitus Weber, Volontär© FUNKE Foto Services | Kai Kitschenberg

Davon abgesehen ist das Klischee der faulen Jugend schlicht falsch, das sagt auch Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, im Interview mit unserer Redaktion: „Die Gen Z arbeitet härter als jede Generation vor ihr.“ Und sie ergänzt: „Die jungen Menschen sind schneller im Arbeitsmarkt und arbeiten auch mehr Stunden als früher. Viele können sich ihr Studium gar nicht leisten, ohne zu arbeiten.“ Von einer Generation, die sich kollektiv in die Hängematte verabschiedet, könne keine Rede sein.

40 Stunden die Woche arbeiten: Das möchte auch ich nicht

Allerdings achten Jüngere mehr auf ihren Ausgleich, ihre Pausen. Die Frage ist, ob sie tatsächlich weniger leisten als die Älteren. Denn statt Stunden zu messen, geht es doch um Sinn, Produktivität und Vereinbarkeit mit einem gesunden Leben.

Ich persönlich kann guten Gewissens sagen: Ich möchte eine gute Work-Life-Balance finden. Und ich möchte auch viel leisten. Doch für den Rest meines Lebens deutlich mehr als 40 Stunden in der Woche zu ackern, ist mir zu viel.