Die mit öffentlichen Äußerungen eher zurückhaltende First Lady Melania Trump bekommt einen eigenen Film. Die Dokumentation „Melania“ kommt am Freitag (30. Januar) weltweit in die Kinos. Ihr Ehemann, US-Präsident Donald Trump, tönte bereits im Vorfeld, die Karten für den Streifen würden sich schnell verkaufen. Es ist fraglich, ob dies stimmt: Nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minneapolis ist die Lage in den USA angespannt. Kommt es zum Boykott?

Die Doku begleitet Melania Trump über 20 Tage vor der Amtseinführung ihres Mannes im Jahr 2025. Gegenüber Fox News soll die 55-Jährige gesagt haben, der Film gebe einen „privaten, unverfälschten Einblick in meinen Alltag als First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, in dem ich Familie, Beruf und Wohltätigkeit unter einen Hut bringe.“ Der Trailer reiht ohne Zusammenhang und rasend schnell Ausschnitte der Doku aneinander. Stilettos, Barron Trump, die Skizze eines Kleides, eine tanzende Melania: Die wenigen Aussagen, die Melania Trump darin trifft, scheinen zu verwirren. In der Vogue schreibt eine Autorin 16 Gedanken dazu nieder. Einer davon heißt: „Irgendwie weiß ich jetzt weniger über das Leben dieser Frau als vor dem Ansehen dieses Trailers.“

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Trump ruft auf Truth Social zum Kinobesuch Doku auf

Trump selbst warb auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social mit einem Post: Der Film sei ein „Muss“. Dann forderte er dazu auf, sich rasch Tickets zu besorgen. Sie würden schnell weggehen.

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Anfang des vergangenen Jahres sicherte Jeff Bezos mit Amazon und den MGM-Studios für 40 Millionen Euro die Rechte an dem Film. Laut einem Bericht der „Bild“ soll der Werbeetat gut 30 Millionen Euro betragen. In den USA und in europäischen Ländern wie Großbritannien oder Spanien, finden sich meterhohe Plakate, die die Doku bewerben. In London und anderen britischen Städten sei zwei Tage vor Filmstart jedoch spürbar, wie wenig der Film interessiere, schreibt Bild.

Kinostart von „Melania“ verläuft in London schleppend

In der englischen Hauptstadt sei für den Auftakt am Freitag um 15.10 Uhr im Vue-Kino in Islington bisher lediglich eine Karte verkauft worden, für die 18-Uhr-Vorstellung gebe es auch nur wenige Vorbestellungen. Die Zahlen habe Tim Richards, Geschäftsführer von Vue, einem der größten Kinobetreiber des Landes, auf Nachfrage bestätigt, heißt es. Wie ausschlaggebend diese tatsächlich sind, ist aber unklar. Möglich ist, dass viele auf die Veröffentlichung bei Amazon warten. Wann der Streamingdienst den Film ins Repertoire nimmt, wurde noch nicht bekannt gegeben.

News aus den USA

Das Online-Portal „Newsweek“ kommt zu keiner eindeutigen Prognose. Es gebe verschiedene Berichte dazu, wie „Melania“ zum Filmstart abschneiden könnte. Die National Research Group (NRG) prognostiziert rund fünf Millionen Dollar für das Startwochenende in den 1400 Kinos in den USA und Kanada. Das Marktforschungsunternehmen Boxoffice prognostiziert jedoch lediglich Einnahmen zwischen einer und zwei Millionen Dollar.

Minneapolis: Melania Trump ruft nach tödlichen ICE-Schüssen zu Frieden auf

Längst dürften die jüngsten Ereignisse in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota auch auf den Ruf der First Lady abgefärbt haben. Kürzlich starben zwei Menschen in Minneapolis durch Schüsse von ICE-Beamten. Zunächst wurde Renee Good und wenig später Alex Pretti erschossen. Viele Menschen aus allen Lagern kritisieren das gewalttätige Vorgehen der Beamten.

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Am Mittwoch äußerte sich Melania Trump überraschend zu den beiden Erschossenen und den andauernden Protesten in Minneapolis. In einem Videobeitrag rief Melania Trump zu Frieden auf. „Ich bin gegen Gewalt“, so die First Lady. Und weiter sagte sie: „Also bitte, wenn ihr protestiert, dann protestiert friedlich.“ Ein Versuch der Wiedergutmachung dafür, dass ihr Ehemann den ICE-Beamten keinen Einhalt bot? Konkret Bezug nimmt sie auf die beiden Todesopfer jedenfalls nicht.

Auch in Deutschland haben viele Kinos den Dokumentarfilm ins Programm genommen. Unter anderem die Häuser von Cinestar und UCI zeigen „Melania“ ab Freitag.