Wieder ist in Minneapolis ein Mensch der Staatsgewalt zum Opfer gefallen. Jener ausgearteten Staatsgewalt, die US-Präsident Donald Trump Landsleuten angedeihen lässt, die dem gezielten Terror seiner Einwanderungspolizei ICE nicht einfach nur zusehen wollen. Wobei: Genau das und nicht viel mehr hat Alex Jeffrey Pretti getan. Mit der Handykamera filmte der 37-jährige Intensivstation-Krankenpfleger die Häscher des Präsidenten bei der Arbeit. Wenige Minuten nach einer Attacke eben dieser maskierten Beamten lag Pretti erschossen auf dem Bordstein. Von neun Kugeln ist die Rede.
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Donald Trump muss ein Moratorium für ICE-Einsätze verhängen
Natürlich: Eine gründliche Untersuchung muss her – aber wer gewährleistet das? ICE nicht. Alles, was bisher von ICE-„Obersturmbannführer“ Greg Bovino zu hören war, kommt angesichts der Zeugen-Videos einer Lüge gleich. An keiner Stelle des bisher bekannten Materials war Pretti für die Beamten auch nur ansatzweise eine Bedrohung. Die legal von ihm mitgeführte Waffe wurde ihm während des Gerangels mit bis zu sieben ICE-Officern am Boden entrissen. Genau dann fielen die Schüsse.

Schon nach dem Mord an Renee Good, der jungen Mutter, der im Auto völlig unverhältnismäßig in den Kopf geschossen wurde, war Team Trump mit der Vorverurteilung schnell bei der Hand. Bei Pretti wird noch abgefeimter gelogen, um ein tödliches Verbrechen von Staats wegen zu kaschieren. Das liberale Amerika ist auf der Zinne. Lange geht das nicht mehr gut. Donald Trump muss ein Moratorium für ICE-Einsätze verhängen, bis alle Taten aufgeklärt und die Verhältnismäßigkeit der Mafia-Mob-ähnlichen Razzien unabhängig bewertet sind. Sonst werden weitere Menschen sterben. Oder will Trump das?





