Stellen wir uns vor, Davos würde nicht wie so oft in Watte sprechen. Stellen wir uns vor, die Alpenluft wäre klar genug, um einem größenwahnsinnig gewordenen US-Präsidenten die Grenzen zu zeigen – bevor er sie in Grönland vielleicht doch mit Soldaten austestet.
Stellen wir uns vor, 2000 Konzernbosse und fünf Dutzend Staats- und Regierungschefs, jedenfalls die meisten, lassen sich nicht einschüchtern. Keine devotes Katzbuckeln. Sondern unmissverständliche Sätze: Kein Krieg um Grönland. Kein Alleingang im und gegen das Nato-Bündnis. Kein Zugriff auf Ressourcen mit der Logik eines Immobiliendeals.
News aus den USA
Nie war die eitle Weltwirtschaftsgipfelei in den Schweizer Bergen so wichtig. Wenn die großen Vermögensverwalter und Tech-Giganten Trump vorrechneten, was eine militärische Eskalation oder eine erpresserische Aneignung per Kauf an Märkten weltweit zerstören würde, wenn europäische Regierungschefs nicht nuschelnd „Besorgnis“ äußerten, sondern tiefrote Linien formulieren würden, müsste auch ein im Machtrausch taumelnder Trump zumindest zuhören: Ein Angriff auf Grönland wäre das Fallbeil für den bald 80 Jahre alten Westen.

Ein kollektives Stoppschild müsste Trump die finanziellen Folterwerkzeuge aufzeigen, die vor allem Asien und Europa gegen Amerika in den Tresoren halten. Wer glaubt, man könne im 21. Jahrhundert eine Insel wie ein Kasino kaufen oder notfalls besetzen, muss die nüchterne Androhung von politischer und wirtschaftlicher Isolation erfahren. Grönland ist der Test, ob die Welt einem aus dem Ruder laufenden Präsidenten noch entgegentreten kann – bevor das Eis bricht. Davos, verpass die Chance nicht!






