NRW flankiert seine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 mit einer „NRW-Sportmilliarde“ für den Breitensport.

„Unsere Bewerbung ist mit dem Bekenntnis zum Breitensport verbunden. Wir legen daher das größte Sport-Investitionsprogramm in der Landesgeschichte auf“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) drei Tage vor dem offiziellen Start der Kampagne für die Olympische und Paralympische Spiele in der Region „KölnRheinRuhr“ und drei Monate vor dem Beginn der Ratsbürgerentscheide in 17 Olympia-Bewerberstädten.

Viel Geld für modern Stadien, Turnhallen und Schwimmbäder

Das Landes-Geld werde für die Modernisierung, Sanierung und den Neubau von Sportstätten und Schwimmbädern verwendet. Es fließe zusätzlich zu der von CDU und SPD im Bund vereinbarten „Sportmilliarde“ zur Sanierung kommunaler Sportstätten. Je 200 Millionen Euro sollen in NRW für Sportstätten, Schwimmbäder und Vereine zur Verfügung stehen. Diese Mittel aus dem „NRW-Investitionsplan für Infrastruktur“ stünden zum Abruf bereit. Hinzu kämen 375 Millionen Euro aus der Sportpauschale des Landes, die über fünf Jahre gestreckt werden, sowie weitere 20 Millionen Euro für „herausragende Sportstätten“.

Damit sende NRW ein Signal zum Beginn der Olympia-Kampagne, so Wüst. Kein anderes Bundesland investiere mehr, breiter und nachhaltiger. Das Geld fließe nicht in unnötige und teure Werbung, sondern in den Sport selbst. Der Ministerpräsident rechnet vorläufig mit Kosten in Höhe von 4,8 Milliarden Euro für Olympia. Dem könnten Einnahmen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro gegenüberstehen. „Die Behauptung, da würden Milliarden ausgegeben, stimmt. Aber es werden auch Milliarden eingenommen“, behauptet Wüst.

Es können die größten Spiele aller Zeiten werden“

Jahresauftakt-Pk Wüst und Neubaur
Hendrik Wüst (CDU), NRW-Ministerpräsident

NRW-Bewerbung zielt auf mehr Nachhaltigkeit: Keine ungenutzten „Betonklötze“ nach den Spielen

Er wiederholte das Versprechen, NRW könne der Welt die „spektakulärsten, nachhaltigsten und kompaktesten Spiele“ anbieten. Mit 14 Millionen Tickets könnten es sogar die „größten Spiele aller Zeiten“ werden. Genutzt würden für Olympia in NRW ausschließlich schon existierende oder vorübergehende Sportstätten. „Betonklötze“, die anschließend ungenutzt verfallen, werde es hier nicht geben.

Wüst rechnet mit einem „klaren Ja“ der Menschen zu Olympia bei den Bürgerentscheiden am 19. April. Dafür müssten sich, je nach Größe der Kommune, zehn bis 20 Prozent der Einwohner an der Abstimmung beteiligen und mehrheitlich für Olympia stimmen.

NRW muss sich gegen München, Hamburg und Berlin durchsetzen

In München führte ein Bürgerentscheid zu 60 Prozent Ja-Stimmen. Zu den Mitbewerbern um die Spiele zählen auch Hamburg und Berlin. Die NRW-Bewerbungskampagne beginnt am Montag, 19. Januar in der Kölner Lanxess Arena. In Düsseldorf, Essen und Dortmund sind an diesem Tag „Licht-Video-Installationen“ geplant. „KölnRheinRuhr ist ready für Olympische und Paralympische Spiele“, sagte Hendrik Wüst im Landtag. Der Deutsche Olympische Sportbund will bis zum Herbst entscheiden, welcher deutsche Bewerber gegen die internationale Konkurrenz ins Rennen geht.