Man kann nicht sagen, dass US-Präsident Donald Trump bei der Auswahl seiner Botschafter viel Wert auf deren diplomatische Fähigkeiten legen würde. In Berlin erinnert man sich mit Schrecken an Richard Grenell, während Trumps erster Amtszeit von 2018 bis 2020 US-Botschafter in Deutschland und für sein selbstherrliches Auftreten, Drohbriefe an Unternehmen sowie schulmeisternde Äußerungen berüchtigt.
Ein ähnliches Kaliber ist offenbar William „Billy“ Hollis Long II, von Trumps Gnaden seines Zeichens designierter US-Botschafter in Island. Der 70-Jährige zählt zu den Trumpisten der ersten Stunde und war bis August Chef der US-Steuerbehörde. Über diplomatische Erfahrung verfügt Long nicht, was der Mann aus Missouri – noch nicht einmal im Amt – auch gleich unter Beweis stellte.
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Isländer starten Petition gegen Long
Wie das Nachrichtenportal „Politico“ berichtet, soll Long gewitzelt haben, Island könne der 52. US-Bundesstaat werden – und er selbst dessen Gouverneur. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, bat das Außenministerium Islands die dortige US-Botschaft umgehend um eine Klarstellung.
In Island starteten Bürger zudem eine Petition, die Außenministerin Katrín Gunnarsdóttir dazu auffordert, Long als Botschafter abzulehnen. Er habe die Worte möglicherweise nicht ganz ernst gemeint, „doch sie sind eine Beleidigung für Island und die Isländer, die für ihre Freiheit kämpfen mussten und stets Freunde der Vereinigten Staaten waren“, schreiben die Organisatoren. Am Freitagvormittag hatten gut 4.100 Personen die Online-Petition unterschrieben.
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Longs angeblicher Witz kommt in einer angespannten diplomatischen Lage zwischen Grönland, Dänemark und den USA nach wiederholten Äußerungen von US-Präsident Trump, Amerika wolle das zum dänischen Königreich gehörenden Grönland kaufen oder notfalls annektieren.

Designierter Botschafter entschuldigt sich
Wie „Arctic Today“ berichtete, entschuldigte sich Long später für seine Äußerung. Er betonte demnach, dass es sich um einen Scherz gehandelt habe. „Wenn sich jemand dadurch beleidigt gefühlt hat, entschuldige ich mich“, sagte Long dem Blatt.
Island ist zwar kein Mitglied der EU, jedoch Teil des Europäischen Wirtschaftsraums sowie Gründungsmitglied der Nato. Genau wie Grönland zählte auch Island einst zum Königreich Dänemark, wurde aber 1918 unabhängig und 1944 zur Republik erklärt.
tok mit dpa




