US-Präsident Donald Trump will Grönland einnehmen – und nach der Entführung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro traut ihm die internationale Gemeinschaft fast alles zu. Auch einen Militärschlag gegen Grönland. Zwar hält Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, ein solches Szenario für unwahrscheinlich. Aber was ist, wenn es doch dazu kommen sollte? Eine alte Verordnung aus dem Kalten Krieg liefert eine eindeutige Antwort.
Sollten die USA Grönland militärisch angreifen, greife nämlich ein Erlass vom 6. März 1952. Das hat das dänische Verteidigungsministerium auf Anfrage der konservativen dänischen Tageszeitung „Berlingske“ kürzlich bestätigt.
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Wörtlich besagt die Verordnung: „Im Falle eines Angriffs auf dänisches Gebiet oder auf eine dänische Militäreinheit außerhalb dänischen Gebiets müssen die angegriffenen Streitkräfte unverzüglich den Kampf aufnehmen, ohne auf Befehle zu warten oder diese einzuholen, selbst wenn die Kriegserklärung oder der Kriegszustand den betreffenden Befehlshabern nicht bekannt ist.“
Grönland gehört – genauso wie die Färöer-Inseln – als autonomes Gebiet zum Königreich Dänemark. Die Verordnung von 1952 soll sicherstellen, dass dänische Streitkräfte bei einem Angriff eindeutig wissen, was sie machen sollen. Und das wäre im Fall eines US-Angriffs auf Grönland: „Unverzüglich“ in den Gegenangriff übergehen, ohne auf Befehle zu warten. Und: Alle verfügbaren Kräfte einzusetzen. Letzteres dürfte dabei zum Problem werden: Grönland hat keine eigenen Truppen. Das von Dänemark entsendete Heer ist zwar eine Eliteeinheit, aber vergleichsweise klein. Donald Trump hatte gespottet, die Verteidigung Grönlands fuße auf wenigen „Hundeschlitten“.
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Bei Unterzeichnung des Erlasses im März 1952 hätte sich Friedrich IX., bis 1972 König von Dänemark, wohl nicht vorstellen können, wie einmal über einen Teil des dänischen Königreichs spekuliert werden würde. Anlass für die Verordnung war im Kalten Krieg nicht etwa die Furcht vor einem US-Schlag, sondern der deutsche Angriff auf Dänemark am 9. April 1940. Damals waren teilweise die Kommunikationswege zusammengebrochen – viele dänische Militäreinheiten wussten nicht, was zu tun war. Das sollte der Kriegsbefehl aus dem Kalten Krieg unmissverständlich regeln.








