Etwa die Hälfte aller Schulen in Nordrhein-Westfalen untersagt vollständig die Nutzung von Smartphones im Schulbetrieb. Die andere Hälfte erlaubt eine klar begrenzte Nutzung. Das hat eine landesweite Umfrage des Schulministeriums ergeben. Wenig überraschend: Mit zunehmendem Alter der Schülerinnen und Schüler wachsen die Freiräume.
Insgesamt verfügen nach Angaben des Ministeriums rund 98 Prozent aller öffentlichen Schulen in NRW inzwischen über eine verbindliche Handyregelung, bei den weiterführenden Schulen sind es demnach sogar 100 Prozent. Im Frühjahr 2025 hatte das Ministerium die Schulen in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, bis zum Herbst eigene, verbindliche Regelungen zur Handynutzung zu entwickeln und dafür Leitlinien vorgegeben. Bei einigen Grundschulen waren die Beteiligungsprozesse zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht abgeschlossen.
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Grundsätzlich sollte an Grundschulen die private Nutzung von Handys und Smartwatches nicht erlaubt sein. Die weiterführenden Schulen sollten verbindliche, altersgerechte Regelungen erarbeiten, die gemeinsam getragen werden und im Schulalltag funktionieren. Viele Schulen hätten seitdem erstmals verbindliche Vorgaben beschlossen, andere ihre bestehenden Regelungen deutlich nachgeschärft, teilte das Ministerium in Düsseldorf mit.
Verbote kommen in NRW-Schulen unterschiedlich gut an
In der Praxis gibt es verschiedene Ansätze für Handyverbote an Schulen. Ein striktes Verbot herrscht zum Beispiel am Düsseldorfer Wim-Wenders-Gymnasium. Als Hilfe werden Schülerinnen und Schüler als Medienscouts eingesetzt, um ihre Mitschülerinnen und Mitschüler beim Thema Mediennutzung zu beraten. Schülersprecher Benjamin ist überzeugt: „Das Handyverbot gibt uns mehr, als es uns nimmt.“.
Die Otto-Pankok-Schule in Mülheim hat einen lockeren Umgang beschlossen. Künftig ist die private Handynutzung auf dem gesamten Schulgelände verboten – bis einschließlich Klasse zehn. „Das bedeutet aber nicht, dass wir gegen digitales Lernen sind“, betont Annika Renker, Vorsitzende der Schulpflegschaft. Digitale Arbeit solle über die schulische Ausstattung laufen, nicht über private Geräte. Die Ausstattung der Schule reicht aber noch nicht aus, dass für jedes Kind ein Endgerät zur Verfügung steht, betont die Schulpflegschaft.
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Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Menden nehmen das umfassende Handyverbot an ihrer Schule schlechter auf als ihre Düsseldorfer Schulkameraden. „Sch...-Handyregelung!“ Dieses Schüler-Statement prangte im November letzten Jahres als Graffito an einer Außenwand der Gesamtschule. Seit dem Ende der Herbstferien ist auch für die Jugendlichen der Jahrgangsstufen acht, neun und zehn das Handy auf dem Schulgelände komplett tabu. Seit 2023 galt dies schon für die Stufen fünf, sechs und sieben. Die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe dürfen ihre Mobiltelefone schon seit Längerem nur in bestimmten Räumen nutzen.
An Grundschulen sollen Handys tabu sein
„Gerade die Jüngsten brauchen Schutzräume ohne Ablenkung“, betonte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) am Mittwoch. Dass die meisten Grundschulen inzwischen schon ein generelles Handyverbot während des Schulbetriebs beschlossen hätten, sei „ein starkes Signal für Kinder, Eltern und Lehrkräfte“.
Die weiterführenden Schulen setzen auf differenzierte Regelungen: 79 Prozent der Gesamtschulen und 86 Prozent der Gymnasien unterscheiden nach Jahrgangsstufen. Andere Schulen regeln die Nutzung nach Zeiten oder Bereichen.
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Das schaffe Orientierung und sorge für mehr Konzentration im Unterricht, hob Feller hervor. „Wo vorher auf dem Schulhof aufs Display geschaut wurde, wird heute wieder miteinander gesprochen.“ Das sei ein Gewinn für das soziale Lernen.
red/dpa







