Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird heute 70 Jahre alt. Den runden Geburtstag wolle er zusammen mit seiner Familie verbringen, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. Der studierte Jurist blickt auf eine politische Karriere zurück, die im heutigen Berliner Politikbetrieb ihresgleichen sucht. Er hat zwei Amtszeiten als SPD-Außenminister absolviert und steht vor dem letzten Amtsjahr als deutsches Staatsoberhaupt. 

Steinmeier wurde am 5. Januar 1956 im nordrhein-westfälischen Detmold als Sohn eines Tischlers und einer Fabrikarbeiterin geboren. Zusammen mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender hat er eine Tochter.

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Steinmeier machte Karriere an der Seite von Bundeskanzler Gerhard Schröder

Steinmeier trat 1975 in die SPD ein. Er studierte in Gießen Jura und Politikwissenschaft. Dort arbeitete er an der Universität zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, bevor er an der Seite seines Parteikollegen Gerhard Schröder politisch Karriere machte. Zunächst wurde er in dessen Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident Referent für Medienrecht und -politik in der Staatskanzlei in Hannover, dann Leiter von Schröders persönlichem Büro, Abteilungsleiter und schließlich Chef der Staatskanzlei.

Nach dem Machtwechsel mit der Bundestagswahl 1998 ging Steinmeier mit Schröder in die Bundespolitik, wurde zunächst Staatssekretär im Kanzleramt und später Chef des Kanzleramts. 

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Zwei Amtszeiten als Außenminister unter Angela Merkel

Während Schröders politische Karriere mit dem erneuten Machtwechsel bei der Bundestagswahl 2005 endete, ging die seines Vertrauten Steinmeier weiter. Im Kabinett von Angela Merkel (CDU) wurde er Außenminister. Bei der Bundestagswahl 2009 trat er als SPD-Kanzlerkandidat gegen Merkel an, unterlag ihr jedoch. 

Während der folgenden vier Jahre schwarz-gelber Koalition war Steinmeier SPD-Fraktionschef im Bundestag und Oppositionschef. Als nach der Bundestagswahl 2013 erneut eine schwarz-rote Koalition zustande kam, übernahm Steinmeier ein weiteres Mal das Außenministerium.

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Steinmeier ist zwölfter Bundespräsident von Deutschland

Die Bundesversammlung wählte Steinmeier am 12. Februar 2017 zum zwölften deutschen Bundespräsidenten. Knapp zehn Monate vor dem Ende seiner ersten Amtszeit bekundete Steinmeier seine Absicht, für eine zweite Amtszeit anzutreten. Für diese wurde er am 13. Februar 2022 von der Bundesversammlung bestätigt.

In Deutschland kämpft Steinmeier für den Zusammenhalt der Gesellschaft und gegen die Anfechtung der Demokratie vor allem durch rechte politische Kräfte. In seiner Veranstaltungsreihe „Ortszeit Deutschland“ verlegt er seinen Amtssitz regelmäßig für drei Tage von Berlin in eine andere Region, um den Menschen dort zuzuhören und ihnen das Gefühl zu geben, dass die Politik sich um ihre Anliegen kümmert.

Bei seinen Auslandsreisen kommt Steinmeier seine langjährige außenpolitische Erfahrung zugute. In vielen Regionen der Welt kennt er die Probleme und die Verantwortlichen in der Politik noch aus seiner Zeit als Außenminister. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine vor fast vier Jahren ist es eines seiner zentralen Ziele, daran mitzuwirken, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands in der Welt auf eine breitere Grundlage zu stellen.

dpa/os