Länger arbeiten, Beamte einzahlen lassen, Rentenniveau senken: Es kursieren viele Vorschläge zur künftigen Finanzierung der gesetzlichen Rente. Die Bundesregierung will im kommenden Jahr eine grundlegende Reform beschließen. Die Kernfrage dabei lautet: Wie lässt sich die Rente künftig noch bezahlen?
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat sich nun dafür ausgesprochen, die gesetzliche Rentenkasse von finanziellen Lasten zu befreien. „Wer arbeitet und Beiträge zahlt, soll nach dem Arbeitsleben vernünftig über die Runden kommen“, sagte der SPD-Vizevorsitzende in einem Interview mit unserer Redaktion. Deswegen müsse die gesetzliche Rente gestärkt werden.
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„Dafür muss die Rentenversicherung von Lasten befreit werden, die eigentlich aus dem Steuerhaushalt finanziert werden sollten“, fügte Schweitzer hinzu. „Versicherungsfremde Leistungen schwächen die gesetzliche Rente, wie zum Beispiel Rentenbeiträge für pflegende Angehörige.“
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Kurz vor Weihnachten hat die Bundesregierung eine Rentenkommission ins Leben gerufen, die bis Ende Juni 2026 Vorschläge für eine grundlegende Reform der Altersversorgung machen soll. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich zuversichtlich, dass bis Ende des kommenden Jahres die politischen Beschlüsse gefasst sind.
Rentenreform: Beiträge auf Kapitalerträge und Mieteinkünfte in der Diskussion
In Union und SPD gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen zu der Frage, wie das künftige Rentensystem aussehen soll. Das hatte bereits der Konflikt um das Rentenniveau gezeigt, das die Koalition auf Verlangen der SPD und gegen den Widerstand aus der Union bis zum Jahr 2031 auf 48 Prozent des aktuellen Durchschnittseinkommens festgeschrieben hat. Sicher scheint zu sein, dass die Regierung die gesetzliche Rente künftig viel stärker als nur einen Teil der Altersvorsorge sieht.
Schweitzer forderte daher mehr Angebote für Betriebsrenten. „Das muss der Gesetzgeber mit anschieben“, sagte der SPD-Politiker. „Der Staat sollte zudem die private Altersvorsorge stark finanziell unterstützen, gerade für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.“

Der Vizechef der SPD schloss zudem nicht aus, dass künftig Rentenbeiträge auf Kapitalerträge und Mieteinnahmen erhoben werden könnten. Auf eine entsprechende Frage antwortete Schweitzer: „Die Rentenkommission soll bis Mitte 2026 Vorschläge machen. Sie soll sich mit allen Fragen beschäftigen, es gibt keine Denkverbote.“
Das gesamte Interview mit Alexander Schweitzer veröffentlichen wir am 1. Januar. In dem Gespräch blickt der SPD-Vizevorsitzende unter anderem auf das Superwahljahr 2026 und spricht darüber, von welchen Ideen sich seine Partei trennen sollte.





