Als russische Drohnen Anfang September vermehrt in den polnischen Luftraum eindrangen, wurde erneut deutlich: Die Gefahr an der Ostflanke ist für das NATO-Mitglied angesichts Putins Unberechenbarkeit unmittelbar. Als Antwort darauf will Polen einem Bericht zufolge nun milliardenschwere Anti-Drohnen-Befestigungsanlagen installieren.

Wie der stellvertretende Verteidigungsminister Cezary Tomczyk dem „Guardian“ mitteilte, soll der vollständige Bau des Drohnen-Schutzschilds rund zwei Jahre dauern und mehr als zwei Milliarden Euro kosten. Der größte finanzielle Anteil komme demnach aus dem europäischen SAFE-Verteidigungssystem, ergänzt durch Geld aus dem nationalen Haushalt. „Wir gehen davon aus, dass die ersten Funktionen des Systems in etwa sechs Monaten, vielleicht sogar früher, verfügbar sein werden“, sagte Tomczyk.

Anti-Drohnen-Befestigungsanlagen sollen Polen an der Ostflanke schützen

Dem Bericht zufolge sollen die neuen Drohnen-Schutzschilder in eine ältere Verteidigungslinie integriert werden. Diese umfasse verschiedene Verteidigungsebenen, darunter Maschinengewehre, Kanonen und Raketen. „Einige davon sind nur für den Einsatz unter extremen Bedingungen oder im Krieg gedacht. Beispielsweise sind diese mehrläufigen Maschinengewehre in Friedenszeiten schwer einzusetzen, da alles, was nach oben geht, auch wieder herunterkommen muss“, sagte Tomczyk.

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Die EU will nach eigenen Angaben selbst einen „Drohnenwall“ an der Ostflanke errichten. Radare, Jets und Abfangdrohnen sollen dabei zum Einsatz kommen. Das inzwischen in „Europäische Drohnen-Verteidigungsinititative“ (Eddi) umbenannte Projekt soll bereits Ende 2026 betriebsbereit und 2027 voll funktionsfähig sein.

Am 10. September schoss Polens Luftwaffe als Reaktion auf eine schwere Verletzung des Nato-Luftraums erstmals russische Drohnen ab. Die unbemannten Systeme waren während massiver russischer Angriffe auf die Ukraine in den Luftraum des EU-Landes eingedrungen. Insgesamt drangen mehr als ein Dutzend mutmaßliche russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein.

rk/dpa