Die deutschen Sicherheitskräfte befinden sich in andauernder Alarmbereitschaft. Ob Drohnensichtungen nahe Kasernen, Cyberangriffe oder Sabotageakte: Die Regierung und die zuständigen Behörden beobachten ständige Versuche, die deutsche Infrastruktur anzugreifen und das öffentliche Leben zu beeinflussen. „Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden“, fasste Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die hybride Bedrohungslage kürzlich zusammen.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen durch hybride Bedrohungen, Sabotage und Spionage“, sagte auch der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, dieser Redaktion. In den vergangenen Wochen machten vor allem Drohnensichtungen Schlagzeilen, das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte seit Jahresbeginn mehr als 1000 verdächtige Drohnenflüge. Am meisten betroffen sind laut BKA-Chef Holger Münch „militärische Einrichtungen, Flughäfen, aber auch andere kritische Infrastrukturen – etwa Rüstungsunternehmen oder Hafenanlagen“.

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Ministerpräsident Schweitzer warnt vor Angriffen auf IT-Infrastruktur

Schweitzer nennt neben den Drohnen ein anderes Beispiel für versteckte Bedrohungen und fordert, offen über die hohen finanziellen Folgen zu diskutieren: „Die IT-Infrastruktur von Bund, Ländern und Kommunen wird jeden Tag millionenfach angegriffen.“ Manche der Attacken aus dem Cyberraum seien leicht abzuwehren, andere seien hochprofessionell und gefährlich. „Die Hintergründe können kriminell sein, oft stehen aber auch politische Motive dahinter“, fügte Schweitzer hinzu. „Dagegen müssen wir uns wehren – das kostet viel Geld.“

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Der Staat müsse die Sicherheit der öffentlichen Netzwerke stärken sowie IT-Experten ausbilden und anstellen. „Das bedeutet aber, dass wir an anderen Stellen weniger Geld ausgeben können“, stellte der SPD-Vizevorsitzende klar. Er sieht es als Aufgabe der Politikerinnen und Politiker an, über die Kosten der Bedrohungslage offen mit den Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen. „Wir müssen erklären, warum wir auch in unseren zivilen Schutz mehr investieren müssen“, sagte Schweitzer. „Es geht dabei nicht um Panikmache, aber um ein realistisches Lagebild.“

Erst Sabotage, dann Drohnen: Was kommt als Nächstes?

Die Sicherheitsbehörden vermuten hinter vielen Vorfällen Russland. Aber auch andere Staaten wie China stehen im Verdacht, etwa mit Spionage in Deutschland aktiv zu sein. Experten erwarten, dass die hybride Bedrohungslage sich absehbar nicht verbessert, sondern immer wieder verändert und so auch die Sicherheitsbehörden permanent neu herausfordert.

„Die hybride Bedrohung wandelt sich immer wieder“, sagte Sönke Marahrens vom Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) dieser Redaktion. „Erst mussten wir auf die Zerstörung von Unterseekabeln reagieren, dann auf die Drohnen.“

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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte für 2026 eine Sicherheitsoffensive gegen Terrorismus, organisierte Kriminalität und hybride Bedrohungen von außen an. „Die Menschen sollen sich sicher fühlen – im Alltag wie zu Hause“, sagte Dobrindt dem „Handelsblatt“. Wer die Demokratie in Deutschland angreife, treffe auf einen wehrhaften Staat. Der Innenminister kündigte an, die Sicherheitsbehörden würden hierfür mit „klaren Befugnissen“ gestärkt.