Die AfD-Fraktion im Bundestag will offenbar ein Ordnungsverfahren gegen den Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen (AfD) einleiten, berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Fraktion. Der Grund: Bei einer Rede im Bundestag Anfang Dezember widersprach Lucassen auf offener Bühne den Ansichten Björn Höckes zur Wehrpflicht.

Ein Affront, den der Rechtsaußen-Flügel der Partei offenbar nicht hinnehmen wollte. Wie etwa ARD und Spiegel berichten, sollen Höcke-Vertraute im Nachgang der Rede darauf bestanden haben, Lucassen zu konfrontieren. Auch auf Drängen von Parteichefin Alice Weidel wurde eine größere Diskussion wohl abgewendet. Für Lucassen soll seine Rede aber nun dennoch Konsequenzen haben. Er habe „absehbar erhebliche negative Presse ausgelöst“, heißt es in einem Schreiben des Fraktionsvorstands, aus dem die ARD zitiert.

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Bei seiner Rede hatte Lucassen Björn Höckes Position zur Wehrpflicht angegriffen. Dieser hatte zuvor behauptet, „dass Deutschland es nicht mehr wert sei, dafür zu kämpfen“. Lucassen hingegen befürwortet eine Wehrpflicht und steht damit nicht alleine in der Partei. Tatsächlich stehen sich in der AfD offenbar zwei Lager gegenüber. Auf der einen Seite Vertreter der Ostverbände und rund um Höcke, die die AfD als „Friedenspartei“ etablieren wollen und immer wieder die Nähe zum Kreml suchen. Auf der anderen Seite die westlichen Landesverbände und Vertreter der Partei, die eine Annäherung und Zusammenarbeit mit der Union anstreben.

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    Fürs Erste scheint sich aber wieder einmal der Höcke-Flügel der Partei durchgesetzt zu haben. Lucassen soll laut dem Fraktionsschreiben noch bis 19. Dezember Zeit gegeben werden, sich zum Sachverhalt zu äußern. Danach will der Vorstand entscheiden, welche Konsequenzen er für seine Rede zu spüren bekommt – möglich wäre etwa ein mehrmonatiges Redeverbot.

    lro