Für Maria Kolesnikowa und für die anderen Freigelassenen war es natürlich eine gute Nachricht. Und die sehr gute Nachricht dazu: Kolesnikowa scheint bei guter Gesundheit. Sie alle haben jahrelange Haft unter unmenschlichen Bedingungen erleben müssen. Viele sind noch immer im Straflager.
Doch der eigentliche Sieger ist Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Opposition ist keine Gefahr mehr für ihn, das Schicksal der politischen Gefangen ist ihm egal. Das Schicksal seiner Düngemittelindustrie ist es nicht. Menschenrechte, Humanität: egal. Lukaschenko hat in all seiner Bauernschläue demonstriert, wie man heutzutage Deals mit den USA unter Donald Trump macht. Im Geheimen verkauft man das, was man hat. In diesem Fall Menschen. Und bekommt, was man will: Lockerung von Sanktionen. Bereits bei der letzten Freilassung von Gefangenen wurden Lockerungen von Sanktionen gegenüber der staatlichen belarussischen Fluggesellschaft Belavia zugesagt. Die kann jetzt in den USA wieder bei Boeing einkaufen. Ersatzteile und vielleicht auch Flugzeuge.
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Man kann davon ausgehen, dass der Deal mit Wladimir Putin abgesprochen war. Denn Belarus ist von Russland abhängig, politisch, wirtschaftlich und militärisch. Russische Spezialpolizisten halfen Lukaschenko 2020 bei der Niederschlagung der Demokratiebewegung. Vielleicht ist Belarus für Kremlchef Putin eine Art Testfeld. Wie gehen ganz konkret Deals mit den USA? Wie kann man sich Sanktionen vom Hals schaffen? Und an Geschäften mit den USA hat Russland großes Interesse. Nicht umsonst verhandelt Kirill Dmitrijew für Putin, ein ausgesprochener Wirtschaftsfachmann.


