In allen deutschen Auslandsvertretungen muss neben dem Portrait des Bundespräsidenten künftig auch ein Foto von Außenminister Johann Wadephul (CDU) hängen. Dies geht aus einem internen Schreiben des Auswärtigen Amtes hervor, über das „Table.Briefings“ berichtet. Demnach wird in dem Schreiben genau erläutert, wie das beigefügte Foto gedruckt und gerahmt werden soll.

Laut „Table.Briefings“ hat die Anordnung bei manchen Botschaften für Irritationen gesorgt. Denn bislang ist es dort – anders als bei Vertretungen vieler EU-Staaten – nicht üblich, ein Porträt des Außenministers aufzuhängen. Viele fürchten, dass Wadephul dies als Akt der Eitelkeit ausgelegt wird: Manche Diplomaten meinten, ein ähnlicher Schritt von Wadephuls Vorgängerin Annalena Baerbock hätte wohl für erhebliche öffentliche Kritik gesorgt.

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#29 Norbert Lammert über die AfD, Julia Klöckner und Herbert Grönemeyer
Meine schwerste Entscheidung
 

Wadephul-Foto in Botschaften: So verteidigt das Auswärtige Amt die Entscheidung

Das Auswärtige Amt dagegen verteidigte die Entscheidung. Demnach ziehe man nur mit dem Verteidigungsministerium nach, wo es gang und gäbe sei, in den Bundeswehrstandorten ein Foto von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) aufzuhängen. Zudem wolle Wadephul durch den Schritt die Auslandsvertretungen enger an das Haus binden. Demnach hätte man das Gefühl, dass sich manche Botschaften wie ferne Satelliten gefühlt und auch so agiert hätten.

Künftig sollen demnach bei Besuchen des Ministers in den jeweiligen Ländern die Botschafter oder ihre Vertreter auch stärker als bisher in die politischen Gespräche eingebunden werden.

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Aktuell hängt in den deutschen Botschaften und Konsulaten nur ein Porträt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ein Foto von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hängt im Bundeskanzleramt sowie den Ministerien und nachgeordneten Bundesbehörden. Die jeweiligen Bundesminister werden in ihren Ministerien und nachgeordneten Behörden ausgestellt.

Wadephul zieht positive Bilanz seines China-Besuchs

Wadephul selbst hatte in den vergangenen Tagen seine Reise nach China nachgeholt. Dort traf er sich in Peking mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi und weiteren Regierungsmitgliedern. Unter anderem ging es um Exportlizenzen für seltene Erden: „China hat angeboten, dass es Generallizenzen geben kann für europäische, für deutsche Unternehmen und hat uns ermutigt, unsere Unternehmen dazu anzuhalten, Anträge dafür zu stellen“, sagte Wadephul.

Der Außenminister sieht nach schweren Differenzen in den vergangenen Jahren Chancen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Volksrepublik: „Ich habe insgesamt bei meiner Reise den Eindruck gewonnen, dass China, genau wie wir, an einem ernsthaften und konkreten Austausch sehr interessiert ist“, sagte Wadephul in der südchinesischen Hightech-Metropole Guangzhou. Er fügte hinzu: „Wir werden ihn deshalb weiter fortführen.“

Zur Frage, welche Botschaft er Kanzler Merz, vor dessen in den ersten drei Monaten des nächsten Jahres geplanter Reise mitgeben werde, sagte Wadephul: „Ich glaube, der Bundeskanzler weiß, wie wichtig das politische und das wirtschaftliche Verhältnis zu China ist.“ Deswegen sei es richtig, dass der Kanzler nach China reisen wolle „und genauso wie die Amtsinhaber vorher einen außenpolitischen und auch einen außenwirtschaftspolitischen Schwerpunkt setzen möchte“.

Mit Material von dpa