Vor der Küste Venezuelas spielt das US-Militär seit Monaten Schiffe versenken. Um lateinamerikanischen Drogenkartellen das Handwerk zu legen, beschießen Marineeinheiten immer wieder Boote mit vermeintlichen Drogenschmugglern. Mehrere Dutzend dieser mutmaßlichen Dealer kamen bei derartigen Aktionen bereits ums Leben, Beweise, dass wirklich Drogenboote getroffen wurde, legte das Pentagon bisher zwar nicht vor, aber das scheint US-Kriegsminister Pete Hegseth nicht weiter zu stören.

Auf seinem privaten X-Account legte der mit Jerusalemkreuz und „Deus vult“-Spruch mehrfach tätowierte Neo-Kreuzritter nun mit einer geschmacklosen Zeichnung nach. Zu sehen ist die Kinderbuch-Figur Franklin the Turtle in voller Kampfausrüstung. In der Hand hält die im Original niedliche Schildkröte einen Raketenwerfer, den sie gerade aus einem Militärhubschrauber auf ein Boot mit Drogenschmugglern abgefeuert hat.

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Pete Hegseth postet Verstörendes auf X

Mit „Franklin Targets Narco Terrorists“, zu Deutsch „Franklin nimmt Drogenterroristen ins Visier“, ist die Zeichnung betitelt. In einem Kommentar empfiehlt Hegseth, das Buch auf die „Weihnachtswunschliste“ zu setzen – eine zusätzliche Geschmacklosigkeit, die in vielen Kommentaren unter dem Post heftig kritisiert wird.

Ob Hegseth die Erlaubnis von „Franklin“-Erfinderin Paulette Bourgeois eingeholt hat, darf bezweifelt werden. Im Originals ist Franklin eine liebenswerte und durchweg friedliche Schildkröte, die mit ihren Freunden in den kanadischen Wäldern unterwegs ist. Die Zeichentrickserie zur Kinderbuchvorlage lief in Deutschland bei KIKA.

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    Im Job läuft es für Hegseth derweil nicht allzu gut. Laut Berichten von CNN, dem Online-Magazin „The Intercept“ und der „Washington Post“ soll er den Befehl erteilt haben, zwei vermeintliche Drogenkuriere, die einen Angriff des US-Militärs auf ihr Boot überlebt hatten, zu töten. Dies könnte möglicherweise als Mord oder als ein Kriegsverbrechen gewertet werden.

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    Nach dem Raketenangriff auf das Boot seien zwei Überlebende zu erkennen gewesen, die sich an das brennende Boot geklammert hätten, schrieb die „Washington Post“ über den Vorfall am 2. September. Die Armee habe daraufhin erneut auf sie geschossen. Nach diesem Vorfall seien die Anweisungen für derartige Armeeeinsätze geändert worden, demnach müssen Überlebende nun gerettet werden. CNN berichtete, es sei unklar, ob Hegseth gewusst habe, dass es nach dem ersten Angriff auf das Boot Überlebende gegeben habe.

    Hegseth sprach am Freitag in Online-Netzwerken von „Fake News“. Die aktuellen Einsätze in der Karibik seien „rechtmäßig sowohl nach US- als auch nach internationalem Recht“, versicherte der Pentagon-Chef. Laut Justizministerium erfolgen die Einsätze in Übereinstimmung mit dem bei bewaffneten Konflikten geltenden Recht.

    tok