Donald Trump nennt ihn einen „durchgeknallten Kommunisten“, der rechtspopulistische Sender Fox News sieht sogar eine sich ausbreitende sozialistische Welle zwischen Ost- und Westküste. Das sind nur zwei der zahlreichen Reaktionen auf den Wahlsieg von Zohran Mamdani, neuer designierte Bürgermeister von New York City. Der Demokrat vom linken Flügel seiner Partei hat die Wähler überzeugt – mit Mietendeckel, subventionierten Supermärkten und einer moderaten Steuererhöhung für reiche Menschen.

Doch Zohran Mamdani hat noch etwas geschafft. Der 34-Jährige Shooting-Star der US-Demokraten hat auf einem politischen Schlachtfeld überzeugt, das heutzutage für Politiker zu den wichtigsten gehört: Soziale Medien. Mit seiner Onlinekampagne haben Mamdani und sein Team einen neuen Kommunikations-Stil geprägt. Mamdanis Videos, erkennbar an warmen Farbfiltern, schnellen Schnitten und großen Gesten, wurden in den sozialen Medien millionenfach geteilt – und dienen inzwischen vielen Demokraten als Vorbild.

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Zohran Mamdani: US-Demokraten kopieren seinen Social-Media-Auftritt

Der US-Sender „CNN“ hat dafür bereits den Begriff „Mamdani-Ästhetik“ eingeführt. Diese zeichne sich durch gesättigte Farben und einen informellen Auftritt vor der Kamera aus: Kandidaten bewegen sich durch Straßen oder Läden, während sie ihre Botschaften in kurzen, pointierten Sequenzen vermitteln. Für vermeintliche Transparenz oder Authentizität sorgen Brüche des Skripts, etwa wenn Mamdani im Clip selbst witzelt: „Mein Team sagt, ich bewege meine Hände zu viel.“.

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Der Mamdani-Stil findet inzwischen Nachahmer in anderen Bundesstaaten. Abdul El-Sayed, Kandidat aus Michigan für den US-Senat, nutzte für ein Video Hamburger, um soziale Ungleichheit zu illustrieren. Dabei erinnern Inhalt und Ästhetik stark an die Mamdani-Kampagne. Auch die Politikerin Mallory McMorrow ging mit einem ähnlichen Beitrag über Lebensmittelpreise viral.

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Linke Wirtschaftspolitik und moderner Social-Media-Auftritt

Für Strategen wie Andrew Mamo, der mehrere demokratische Politiker im Wahlkampf berät, liegt der Erfolg nicht nur in der Ästhetik, sondern in der Art der Ansprache. Man konkurriere nicht nur mit anderen Politikern, „sondern mit Hundevideos, Netflix und Gruppenchats um Aufmerksamkeit“, sagte er gegenüber CNN.

Wird da also eher der Algorithmus als der Wähler bedient? Diesem Eindruck widersprechen Mitarbeiter aus Mamdanis Team. Der Stil funktioniere nur, wenn er mit politischer Substanz gefüllt sei. Der Wahlkampf habe sich konsequent auf das Thema Bezahlbarkeit konzentriert – von Mieten über Buspreise bis hin zu alltäglichen Lebenshaltungskosten, betonen Kampagnenmitarbeiter gegenüber dem Sender. Linke Wirtschaftspolitik und eine moderne Ansprache, so scheint es, ist für die Demokraten also die Strategie der Stunde.

lro