300 Sonnentage im Jahr, niedrige Lebenshaltungskosten, gastfreundliche Menschen und attraktive Steuervorteile – mit diesen Versprechen will die griechische Regierung Ausländer dazu bewegen, ihren Steuerwohnsitz nach Griechenland zu verlegen. Tausende sind dem Ruf bereits gefolgt.

Die möglichen Steuerersparnisse sind beachtlich. Ausländische Rentner lockt der Fiskus mit einem pauschalen Steuersatz von nur sieben Prozent. Auch für Superreiche kann sich der Umzug lohnen: Wer sein Steuerdomizil nach Griechenland verlagert, kann von einer günstigen Steuer-Flatrate profitieren.

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Das Kalkül der Regierung ist simpel: Die neuen Steuerbürger – ob Pensionäre oder Millionäre – geben Geld im Land aus, kaufen Immobilien, Autos oder gründen Unternehmen und stärken so die Wirtschaft. Zwar existieren manche Steueranreize bereits seit 2020, doch seit Oktober wickelt die Steuerbehörde AADE das gesamte Antragsverfahren digital über ihre Webseite ab. Der Papierkram entfällt. Das spart Zeit, erhöht die Transparenz und beschleunigt die Bearbeitung.

Griechenland will vor allem die Superreichen anlocken

Die Regelungen richten sich an drei Zielgruppen: ausländische Rentner, griechische Rückkehrer und wohlhabende Investoren. Wer als Ausländer nach Griechenland zieht und innerhalb von drei Jahren mindestens 500.000 Euro in Immobilien, Unternehmensbeteiligungen oder Staatsanleihen investiert, zahlt auf sein weltweites Einkommen pauschal 100.000 Euro jährlich – unabhängig von der tatsächlichen Einkommenshöhe. Für jedes Familienmitglied sind weiter 20.000 Euro Steuer zu entrichten. Diese Regelung gilt für 15 Jahre. Voraussetzung: In sieben der acht Jahren vor dem Antrag darf keine Steuerpflicht in Griechenland bestanden haben. So soll verhindert werden, dass heimische Millionäre für ein paar Monate auswandern, um sich dann neu anzumelden und die Steuervorteile in Anspruch zu nehmen.

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Attraktiv ist das Modell vor allem für Vermögende mit hohen Einkommen. Nach Schätzungen von Henley & Partners, einem Unternehmen, das vermögende Kunden in Einwanderungsfragen berät, könnte Griechenland auf diesem Weg bis Ende des Jahres rund 1200 ausländische Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 7,7 Milliarden Euro anziehen.

Doch auch für Normalverdiener bietet das Land Steuervergünstigungen. Wer in den vergangenen sechs Jahren mindestens fünf Jahre im Ausland steuerpflichtig war, jetzt nach Griechenland zurückkehrt und dort arbeitet – ob angestellt oder selbständig –, zahlt sieben Jahre lang nur die Hälfte der regulären Einkommensteuer.

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Die etwa 660.000 ausgewanderten Griechen sollen zurückkommen

Damit will die Regierung vor allem Griechinnen und Griechen ansprechen, die während der Finanzkrise der 2010er Jahre auswanderten. Rund 660.000 meist junge und gut ausgebildete Menschen verließen damals das Land. Griechenland verlor viele seiner besten Talente. Heute werden Fachkräfte dringend gebraucht. Viele Auswanderer sind zur Rückkehr bereit, doch die niedrigen Einkommen in Griechenland schrecken weiterhin ab. Die Steuererleichterungen sollen hier einen Ausgleich schaffen.

Auch Rentnerinnen und Rentner aus dem Ausland versucht Athen anzulocken. Wer nach dem Ausscheiden aus dem Beruf nach Griechenland übersiedelt, genießt dort nicht nur Sonne und mildes Klima, sondern auch niedrige Steuern. Der griechische Fiskus verlangt lediglich sieben Prozent Einkommensteuern, und zwar nicht nur auf die Rente: „Die Flatrate wird auf die gesamten im Ausland erzielten Einkünfte des Rentners erhoben und gilt für 15 Jahre ab Antragstellung“, erläutert Dirk Reinhardt, Partner der Kanzlei MStR-Law in Athen, die ausländische Ruheständler berät.

Vor allem für Bezieher hoher Renten kann sich die Verlagerung des Steuerwohnsitzes lohnen. Bislang sind bei der Finanzbehörde AADE mehr als 8.000 Anträge eingegangen, 750 davon allein im ersten Halbjahr 2025.

Handyverbindungen oder Stromrechnungen verraten, wo man wirklich lebt

Allerdings warnt Reinhardt vor allzu großer Sorglosigkeit bei den Ausreisewilligen aus Deutschland: „Der deutsche Fiskus lässt Steuerzahler nicht ohne Weiteres ziehen.“ Voraussetzung ist, dass man mindestens 183 Tage im Jahr tatsächlich in Griechenland verbringt. „Das kontrollieren die griechischen Behörden zwar kaum, der deutsche Fiskus jedoch sehr wohl“, sagt Reinhardt. Anhand von Handyverbindungen oder Stromrechnungen lässt sich leicht feststellen, wo der Lebensmittelpunkt liegt.

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Das Beste aus dem ersten Jahr
Meine schwerste Entscheidung
 

Zudem gelten Einschränkungen: In Deutschland erzielte Mieteinnahmen werden weiterhin dort versteuert. Auch für gewerbliche Einkünfte besteht zumindest eine beschränkte Steuerpflicht. Beamtenpensionen und Renten aus dem öffentlichen Dienst müssen ebenfalls in Deutschland versteuert werden. Wer also vor allem wegen der Steuerersparnis umsiedeln will, sollte sich vorab von einem Steuerberater genau durchrechnen lassen, ob sich der Schritt tatsächlich lohnt.