Endlich sind die letzten Hamas-Geiseln gerettet. Auch Avinatan Or kam am Montag frei. Or wurde am 7. Oktober 2023 zusammen mit seiner Partnerin Noa Argamani als Geisel genommen. Argami war bei einem früheren Militäreinsatz befreit worden, Or blieb in den Tunneln der Hamas – und das für 738 Tage.

Seine Rückkehr dürfte in erster Linie seine Partnerin freuen. Doch auch sein Arbeitgeber, der Tech-Gigant Nvidia, hält eine Überraschung für den Israeli bereit. Auf LinkedIn und Instagram verbreitete der Nvidia-Manager Eddie Goldenberg einen Post, in dem er Ors Rückkehr begrüßt – und erst mal mit einem Witz einsteigt.

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„Ich hoffe, du hast eine gute Ausrede dafür, dass du 738 nicht auf der Arbeit erschienen bist“, schreibt Goldenberg augenzwinkernd. Die Heimkehr des Israelis sei wundervoll. Man habe bei Nvidia bei den quartalsweisen Mitarbeiterversammlungen stets an seine Gefangenschaft erinnert. Und noch etwas lässt Goldenberg den Befreiten wissen. Er habe eine gute Nachricht bezüglich der Entwicklung seiner Nvidia-Aktien in den vergangenen zwei Jahren, deutet Goldenberg an. Tatsächlich hat sich der Wert des Chipherstellers seit Ors Entführung mehr als verdreifacht.

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Ob Or darüber lachen kann, bleibt fraglich. Der junge Mann dürfte sich zunächst auf ein Wiedersehen mit seiner Familie und Partnerin freuen. Auch mit den psychischen und körperlichen Folgen seiner Gefangenschaft dürfte Or noch zu kämpfen haben. Wie seine Partnerin Argamani bereits am Dienstag auf „X“ mitgeteilt hatte, sei Or im Gegensatz zu ihr „allein festgehalten“ worden und „war nur in den Tunneln“.

Sie selbst sei 246 Tage in der Gewalt der Islamisten gewesen, schrieb Argamani. Nach ihrer Entführung in den Gazastreifen sei sie zudem „in Häusern festgehalten“ worden – „zusammen mit Kindern, Frauen und älteren Menschen“. 

7. Oktober 2023 sorgte weltweit für Entsetzen

Das junge Paar war am 7. Oktober 2023 getrennt worden. Bevor die Hamas und verbündete Palästinensergruppen an jenem Tag den Süden Israels überfielen, hatten Or und Argamani zusammen mit hunderten anderen jungen Menschen beim Nova-Musikfestival im Süden Israels getanzt. Aufnahmen, wie die junge Frau von Islamisten auf einem Motorrad entführt wird und dabei verzweifelt die Arme nach ihrem ebenfalls von Hamas-Kämpfern festgehaltenen Partner ausstreckt, sorgten weltweit für Entsetzen. 

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Im Juni 2024 wurde sie zusammen mit drei weiteren Geiseln bei einem israelischen Militäreinsatz befreit. Seit ihrer Rettung setzte sich die junge Frau in internationalen Foren unermüdlich für die Freilassung der verbliebenen Geiseln ein – einschließlich ihres Partners.

Von Avinatan Or fehlte zwei Jahre lang jede Spur. Das erste und einzige Lebenszeichen erhielt die Familie durch Berichte einer im Januar im Zuge eines Abkommens freigelassenen Hamas-Geisel.

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„Zwei Jahre sind vergangen, seit ich Avinatan, die Liebe meines Lebens, zum letzten Mal gesehen habe“, schrieb Argamani einen Tag, nachdem die letzten 20 überlebenden Geiseln am Montag von der Hamas an das Rote Kreuz übergeben und nach Israel gebracht worden waren – darunter auch der mittlerweile 34-jährige Avinatan Or. Dieser erfuhr erst danach, dass seine Freundin bereits mehr als ein Jahr zuvor freigelassen worden war.

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In ihrem X-Post dankte Argamani sowohl der israelischen Armee als auch US-Präsident Donald Trump für die Sicherung eines Waffenruhe-Abkommens. „Wir beide sind trotz aller Widrigkeiten nach Hause zurückgekehrt und wieder vereint“, schrieb die 28-Jährige. „Endlich können wir gemeinsam mit der Heilung beginnen.“ Nun sei die Zeit gekommen, „unsere gemeinsame Reise zu beginnen“.

lro/AFP