Auch nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Gazastreifen geht das Blutvergießen offenbar weiter. Hamas-Kämpfer sollen acht Kollaborateure sowie Mitglieder einer angeblichen Straßenbande hingerichtet haben. Videos der Gräueltaten kursieren im Netz. Die palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Exekutionen scharf. Es handele sich um „abscheuliche Verbrechen“, die unter keinen Umständen zu rechtfertigen seien. Sie stellten eine eklatante Verletzung der Menschenrechte und des Rechtsstaats dar und zeigten den Willen der Hamas, ihre Herrschaft „mit Gewalt und Einschüchterung durchzusetzen“, hieß es aus dem Büro von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas.
Ganz anders beurteilt US-Präsident Donald Trump die Hamas-Aktionen. In einer Fragerunde mit Journalisten und Journalistinnen zog Trump irritierende Parallelen und verglich das Vorgehen der Terrororganisation mit dem Durchgreifen der Nationalgarde in Washington D.C. Es seien „sehr, sehr schlimme Banden“ gewesen, sagte Trump. Die Hinrichtungen hätten ihn „überhaupt nicht gestört“. Es wurde aber noch abstruser. Andere Länder wie Venezuela würden ihre Banden in die USA schicken, mutmaßte Trump. In den vergangenen Wochen hatte die US-Marine vor der Küste des südamerikanischen Landes mehrere Boote versenkt. Diese hätten Drogen in die Vereinigten Staaten schmuggeln wollen, rechtfertigte Kriegsminister Pete Hegseth die Angriffe.
Mehr von Israel-Korrespondentin Maria Sterkl
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Trump zieht Parallele zu Einsatz der Nationalgarde in Washington
Auch einen Schlenker an die „Heimatfront“ konnte sich Trump nicht verkneifen. Dort löse man die vermeintlichen Probleme ebenfalls unkonventionell, ganz so wie die Hamas. Durch den Einsatz der Nationalgarde sei beispielsweise die Hauptstadt Washington von einem Hort der Kriminalität zu einem der sichersten Orte in den Vereinigten Staaten geworden, fabulierte Trump. „Du kannst hier zur Arbeit spazieren, das ist doch schön“, sagte Trump. Dass die Kriminalitätsrate in Washington bereits vor den getroffenen Maßnahmen gesunken war, unterschlug der US-Präsident lieber.

Auch wenn Trump mit diesen Erklärungen wie ein Hamas-Versteher wirkt, will er hart gegen die islamistische Terrororganisation vorgehen, falls diese nicht freiwillig ihre Waffen abgibt. „Wenn sie sich nicht entwaffnen, werden wir sie entwaffnen, und das wird schnell und vielleicht gewaltsam passieren“, sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit dem argentinischen Staatschef Javier Milei. Wen genau er mit „wir“ meinte, sagte er nicht.
Die Hamas lehnte es bislang ab, ihre Waffen abzugeben. Trump wollte sich zu einer möglichen Frist nicht genau äußern. Die Entwaffnung solle aber „ziemlich, ziemlich schnell“ in einem „angemessenen Zeitraum“ erfolgen.
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