Israels Feindesliste ist lang. Immer wieder muss das Land teure Abwehrraketen aufsteigen lassen, um die Geschosse der Hamas, Huthi-Rebellen oder Hisbollah-Miliz abzuschießen. Weil die Kosten für die Abwehrraketen jedoch viel zu hoch sind, entwickelt Israel zusammen mit den USA seit rund 30 Jahren eine Laser-Abwehrwaffe – deren Bau jetzt wohl erfolgreich abgeschlossen wurde.
Tests über mehrere Wochen hätten ergeben, dass das System Iron Beam Raketen, Mörsergranaten, Luftfahrzeuge und Drohnen in verschiedenen Einsatzszenarien zuverlässig abfangen könne, hieß es in einer Mitteilung des israelischen Verteidigungsministeriums.
Die ersten Systeme sollten bis Ende des Jahres mit in die israelische Luftabwehr aufgenommen werden. Es handele sich bei dem erfolgreichen Abschluss der Entwicklungs- und Testphase um einen „entscheidenden Meilenstein“, bevor das System der Armee für den operativen Einsatz übergeben werde. An der Entwicklung waren die israelischen Rüstungsunternehmen Elbit Systems und Rafael beteiligt.
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Iron Beam: Abschuss von Drohnen soll nur vier Dollar kosten
Iron Beam (Eiserner Strahl) sei ein bodengestütztes Laser-Luftabwehrsystem, das dank präziser Zieltechnik und hoher Effizienz Bedrohungen schnell neutralisieren könne und dabei sehr geringe Betriebskosten verursache, hieß es weiter in der Mitteilung. Prototypen taktischer Kurzstreckenlaser seien bereits im aktuellen Krieg eingesetzt worden und hätten „Dutzende Bedrohungen abgefangen“.

Das kosteneffektive Lasersystem kann nach US-Angaben Ziele wie Drohnen für etwa vier Dollar pro Einsatz neutralisieren. Das bisher von Israel eingesetzte mehrstufige Raketenabwehrsystem Iron Dome ist dagegen deutlich kostspieliger. Wie die Fachzeitschrift „The National Interest“ berichtet, kostet jede abgefangene Rakete zwischen 100.000 bis 150.000 US-Dollar.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem „historischen Meilenstein“ für Israels Abwehrfähigkeiten. Israel sei das erste Land, das ein solches System besitze. „Unsere Feinde aus Gaza, Iran, Libanon, Jemen und anderen Regionen sollten wissen: So stark wir in der Verteidigung sind, so stark sind wir auch im Angriff – und wir werden alles tun, um die Sicherheit der israelischen Bürger zu schützen“, sagte er zudem.
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Iron Dome: Beeindruckendes System mit finanzieller Schwachstelle
Das bisherige israelische Luftabwehrsystem Iron Dome wurde 2011 in Betrieb genommen und dient seither als zentraler Bestandteil der nationalen Verteidigung. Das System arbeitet mit einem Radar, das anfliegende Projektile erkennt und deren Flugbahn berechnet. Anschließend entscheidet eine Leitstelle, ob eine Abfangrakete gestartet werden soll – und zwar nur dann, wenn das Geschoss tatsächlich eine Bedrohung darstellt. Iron Dome gilt als eines der modernsten und effektivsten Systeme seiner Art und konnte in vielen Konflikten nach israelischen Angaben eine hohe Abfangquote vorweisen.
Trotz dieser Erfolge steht Iron Dome vor erheblichen Herausforderungen. Das System ist kostspielig: Jede Abfangrakete kann bis zu mehrere Zehntausend Dollar kosten, während Angreifer oft einfache und billige Raketen einsetzen. Zudem stößt Iron Dome bei massiven Salven oder sehr schnellen Angriffen an seine Kapazitätsgrenzen, da es nicht unbegrenzt viele Abfangraketen gleichzeitig einsetzen kann. Auch Drohnen und Hyperschallwaffen stellen neue Bedrohungen dar, auf die sich das System erst anpassen muss. Hier könnte die neue Laser-Waffe Iron Beam eine wichtige Lücke schließen.
os/dpa





