Der rechtsgerichtete US-Aktivist Charlie Kirk (31), ein Superstar der „Make America Great Again“ (Maga)-Bewegung und enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump, ist bei einem Attentat in Utah ums Leben gekommen. Trump, sein Vizepräsident JD Vance und republikanische sowie demokratische Politiker verurteilten den Anschlag aufs Schärfste. Auf seiner Social Media Plattform „Truth Social“ schrieb Trump in den Minuten nach dem Attentat, dass „wir alle für Charlie Kirk beten müssen. Er ist von Kopf bis Fuß ein guter Typ“. Danach herrschte lange Zeit Rätselraten um den Zustand des Aktivisten. Gegen 17 Uhr Ostküstenzeit schrieb Trump dann: „Charlie Kirk, der geradezu legendäre, ist tot“. In einer Fernsehansprache nannte er Kirk einen „Märtyrer“. 

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Charlie Kirk ist tot: ein Fahnenträger für junge Trump-Wähler

Das Attentat sorgte deswegen für Schlagzeilen, weil Kirk der unbestrittene Fahnenträger der Maga-Bewegung war. Mit nur 18 Jahren gründete er die Organisation „Turning Point USA“ – „Wendepunkt USA“. Ziel der aktivistischen Organisation ist es, in Universitäten und Gymnasien für konservative politische Positionen zu werben. Der Senkrechtstarter wurde binnen kurzer Zeit zum Liebling rechtsgerichteter Republikaner. In den darauffolgenden Jahren gründete er die Spendenorganisation Turning Point Action, die republikanische Kandidaten für diverse politische Ämter finanziell unterstützt. Seine immense Popularität nutzte Kirk zudem, um die konservative Bildungseinrichtung Turning Point Academy und die religiöse Organisation Turning Point Faith ins Leben zu rufen.

Charlie Kirk wirft eine MAGA-Mütze.
Charlie Kirk verteilt vor seiner Rede an der Utah Valley University Mützen. Wenig später wurde er erschossen.© Tess Crowley/The Deseret News/AP | Tess Crowley

Während der letzten zwei Präsidentschaftswahlen spielte Kirk eine Schlüsselrolle bei der Mobilisierung junger Wähler und trug 2024 maßgeblich zu Trumps Sieg bei. Der Anteil junger weißer Wähler, die Trump ihre Stimme schenkten, stieg gegenüber den beiden vorangegangenen Wahlen dramatisch. Einen maßgeblichen Anteil daran hatten tausende von persönlichen Begegnungen, die Kirk mit jungen Wählern in allen 50 Bundesstaaten hatte. Mit seiner eigenen Talkshow, einem populären Podcast und mehr als 5,2 Millionen Followern auf X bezeichnen politische Analysten den jungen Aktivisten als „den einflussreichsten Republikaner außerhalb der Trump-Regierung“. Ihm wurde nachgesagt, die Maga-Bewegung besser zu verstehen als Trump selbst.  

News aus den USA

„American Comeback“-Tournee: Kirk gab sich als nahbarer Polit-Star

Das Attentat fand bei der Auftaktveranstaltung von Kirks „The American Comeback“ Tournee statt. Es sollte der erste von 14 Auftritten an verschiedenen Unis sein, wo aufstrebende Akademiker den Influencer wie einen Rockstar feiern. Bei den Diskussionen tauschte sich der stets nahbare und ansprechbare Polit-Star mit interessierten Studenten über brisante Themen wie Abtreibung, Waffenkontrolle, Migrationspolitik und LGBTQ-Rechte aus.  

Auf dem Campus der 37.000 Studenten zählenden Uni in der Kleinstadt Orem, Utah hatten sich am späten Vormittag tausende von jungen Anhängern unter freiem Himmel versammelt. Sie wollten den Superstar live erleben und an Streitgesprächen teilnehmen, zu denen Kirk sein Publikum regelmäßig auffordert. Der Influencer saß mit seinem Mikrofon in einem offenen Zelt an einem Tisch und hatte sich gerade ausgerechnet auf ein Rededuell über Waffengesetze in den USA eingelassen. Plötzlich versetzte ein lauter Knall die Studenten in Schrecken. Es brach heilloses Chaos aus.

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Überzeugter Verschwörungstheoretiker und trotzdem beliebt bei Republikanern und Demokraten

Trotz seiner rechtsextremen Ansichten war Kirk sowohl unter Republikanern als auch Demokraten eine beliebte Persönlichkeit. Denn er scheute nie vor sachlichen Debatten mit politischen Gegnern zurück. Im März ließ sich der zweifache Vater sogar von dem linksliberalen kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom interviewen. Newsom nannte den Mord „abscheulich, widerlich und verwerflich“. Unterdessen war die Medienpersönlichkeit Kirk durchaus umstritten. 

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Er hat nämlich eine Karriere als Verschwörungstheoretiker gemacht. Er verbreitete Lügen einer gestohlenen Präsidentschaftswahl und bestritt, dass es sich bei der Stürmung des US-Kapitols im Januar 2021 um einen Aufstand gehandelt habe. Auch vertrat er abstruse Theorien über die Corona-Pandemie, lehnte Impfungen ab und war Urheber des Begriffs „China-Virus“. Zudem setzte er Lügen über Menschenhandel während der Amtszeit des ersten Trump-Vorgängers Barack Obama in die Welt.