Die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge ist zuletzt offenbar deutlich gesunken. Das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor, über die die „Bild“ berichtet. Demnach stellten im August dieses Jahres 7903 Menschen einen Asylantrag, ein Jahr zuvor waren es noch 18.427. Das entspricht einem Rückgang von Rund 58 Prozent.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) führt dies gegenüber „Bild“ auf die verschärfte Migrationspolitik unter der schwarz-roten Regierung zurück. „Unsere Maßnahmen sind erfolgreich. Jetzt geht es darum, das gemeinsame europäische Asylsystem zu schärfen, um den Migrationsdruck auf Europa weiter zu senken,“ sagte er gegenüber der Zeitung.

Ankunft von Afghanen mit Aufnahmezusage
Deutschland gewährt weniger Menschen Asyl. Auch vom Tode bedrohte Afghanen werden hingehalten. © Stefan Rampfel/dpa | Stefan Rampfel

Migration: Weniger Flüchtlinge in der EU

Die Zahlen sind bereits seit Beginn des Jahres rückläufig. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sanken sie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um die Hälfte auf 61.336. 

Und dieser Trend ist in ganz Europa spürbar. Zwar liegen die neuesten Zahlen noch nicht vor. Doch bereits im Mai dieses Jahres zeigte sich, dass die Zahl der Erstanträge auf Asyl in der Europäischen Union im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Drittel einbrach. Nach Angaben der EU-Statistikbehörde Eurostat von Mitte August beantragten im Mai 54.780 Menschen erstmals Asyl in einem EU-Land und somit 30 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

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Mehrere EU-Länder, insbesondere Deutschland, hatten in den vergangenen Monaten ihre Migrationspolitik verschärft. Die EU hatte im vergangenen Jahr eine Reform der europäischen Asylregeln beschlossen. Der Asylpakt sieht unter anderem Verfahren an den EU-Außengrenzen vor. Migranten mit geringen Aufnahmechancen sollen damit von Grenzlagern aus direkt abgeschoben werden.

lro/dpa/AFP