Innerhalb von 88 Tagen haben Forscher ein rätselhaftes, starkes Infrarotsignal aus dem Hubble „Ultra Deep Field“ empfangen, einer der am intensivsten untersuchten Regionen des Universums. Weder auf den Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops noch auf den Bildern des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) ist eine entsprechende Quelle erkennbar. Da ein technischer Fehler ausgeschlossen werden konnte, fehlt bislang eine Erklärung für das Signal.
Geheimnisvolles Signal stellt Forscher vor Rätsel
Das Hubble-Weltraumteleskop hat das berühmte „Hubble Ultra Deep Field“ (HUDF) über einen Zeitraum von mehr als 270 Stunden hinweg aufwendig dokumentiert. Die Aufnahmen zeigen fast 10.000 Galaxien, die sich Milliarden Lichtjahre weit ins Universum erstrecken. Damit zählt die Region zu den am umfangreich erforschtesten Gebieten im Weltall. Dennoch hält sie für die Wissenschaft neue Überraschungen bereit. Als das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) seine Spiegel auf das „Ultra Deep Field“ richtete, registrierten die Forscher ein auffälliges Infrarotsignal, wie „Science Alert“ berichtet.
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Die Wissenschaftler stehen damit vor einer besonderen Herausforderung, denn auf den bisher verfügbaren Aufnahmen ist an der betreffenden Stelle nichts erkennbar. Da das Signal in mehreren Beobachtungen, unter unterschiedlichen Winkeln und mit konsistenten Messwerten auftrat, konnten die Forscher einen bloßen Teleskopfehler oder Messfehler (Glitch) weitgehend ausschließen. Dies macht das empfangene Signal zu einem Rätsel für die Forscher.
Es gibt mögliche Erklärungen, die alle einen Haken haben
Um das rätselhafte Signal zu erklären, ziehen die Forscher bislang vier mögliche Optionen in Betracht. Jede dieser formulierten Annahmen weist jedoch wissenschaftliche Schwachstellen auf. Demnach könnte das Signal von einer Galaxie aus dem frühen Universum stammen. In diesem Fall hätte es jedoch den neutralen Wasserstoff des frühen Kosmos durchdringen müssen und wäre den Forschern vermutlich bereits bei früheren Beobachtungen aufgefallen. Auch eine jüngere Galaxie kommt als Quelle infrage. Sie hätte allerdings ebenfalls sichtbar sein müssen, zudem fehlen für eine solche Hypothese die entsprechenden Begleitsignale.
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Eine dritte Theorie wäre eine Supernova, also die Explosion eines Sterns. Ein solches Ereignis hätte jedoch weitere charakteristische Emissionslinien erzeugen müssen, die bislang nicht nachgewiesen wurden. Als vierte Annahme ziehen die Wissenschaftler ein Schwarzes Loch in Betracht, das einen Stern auseinanderreißt. Die Annahme liegt im Bereich des Möglichen, allerdings fehlen den Wissenschaftlern bislang die Beweise für diese Theorie.
Das unbekannte Signal wirft mit seiner Entstehung grundlegende Fragen zu den physikalischen Bedingungen auf, unter denen es entstanden sein könnte. Um seinen Ursprung exakt identifizieren, planen die Astronomen weitere Beobachtungen mit höherer Empfindlichkeit und größerer Beobachtungstiefe. Ziel ist es, die Quelle des Signals zu ermitteln und eine Erklärung zu finden, die sich auch wissenschaftlich eindeutig belegen lässt.




