Die Blätter rieseln von den Bäumen, Menschen ziehen die Reißverschlüsse ihrer Jacken wieder hoch, und in den Supermärkten steht der Lebkuchen: Der Herbst ist da. Wer dem noch aus dem Weg gehen will, kann sich spontan für einen Urlaub entscheiden. Doch wo hat man im November noch Sonne? Und wie bucht man am günstigsten? Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) klärt auf.

Einen Geheimtipp für einen Ort möchte der Experte nicht abgeben: „Stattdessen empfehlen wir, auch kleinere Orte in bekannten Urlaubsregionen anzuschauen.“ Der europäische Winter sei Saison für Fernreisen wie nach Asien oder in die Karibik. Aber auch viele schneller erreichbare Orte und Kreuzfahrten empfiehlt Schäfer. Zuerst sollte man sich entscheiden, ob man Lust auf einen Badeurlaub, eine Rundreise oder einen Aktivurlaub habe, so der Experte.

Urlaub im November: Hier kann man am Strand liegen

Fällt die Entscheidung für Strand und Baden aus, kommen im November laut Schäfer insbesondere Ägyptens Rotes Meer mit Hurghada oder Marsa Alam sowie die Kanaren infrage. Zu beiden Zielen braucht man von Deutschland circa vier bis fünf Stunden mit dem Flugzeug. Wer für den Badeurlaub einen längeren Weg auf sich nehmen will, dem empfiehlt der Experte Phuket oder die Region Khao Lak an Thailands Andamanenküste, wo die Hauptreisezeit beginnt.

Sollte man nicht nur in der Sonne brutzeln wollen und eher Lust auf Abenteuer und Aktivitäten haben, hat man auch innerhalb Europas die Wahl: „Für Aktivurlaub empfehlen sich Madeira und La Gomera zum Wandern sowie die Algarve für Küstenwanderungen und Radtouren. Málaga, Sevilla und Nizza eignen sich für Kultur und Stadtbesichtigungen“, sagt Schäfer. Man solle aber bei Outdoorreisen die kürzeren Tage, die Wetterlage und mögliche Wegsperrungen in die Planung einbeziehen.

Doch wie läuft die Buchung reibungslos ab? Schäfer empfiehlt, besonders auf folgende Punkte zu achten:

  • Leistungsumfang,
  • Flugzeiten,
  • Gepäck,
  • Transfers sowie
  • Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen

Ebenso wichtig seien gültige Reisedokumente, Einreisebestimmungen und aktuelle Reisehinweise.

Torsten Schäfer DRV
Torsten Schäfer ist Leiter Kommunikation des Deutschen Reiseverbandes (DRV).© NDR / Christian Wyrwa | DRV / Wyrwa

Experte über Urlaub im November: Diese Länder sind günstig

Wem eine Absicherung wichtig sei, der könne eine Pauschalreise buchen. Immer mehr Menschen würden darauf setzen: „Eine Pauschalreise besteht aus mindestens zwei Leistungen von ein und demselben Reiseveranstalter, also zum Beispiel Flug und Mietwagen oder Flug und Hotel“, erklärt der Experte. Er betont: „Dabei sind die Reisenden weit besser abgesichert als bei der Buchung von individuell zusammengestellten Einzelleistungen.“ Hierfür empfiehlt er die Beratung im Reisebüro, denn die identische Reise von einem Reiseveranstalter über alle Vertriebskanäle habe den gleichen Preis – also sowohl im Internet als auch im stationären Reisebüro, am Flughafenschalter oder beim Reiseveranstalter direkt.

Der Preis ist für viele Urlauber genau der entscheidende Punkt: Wie kann man diesen möglichst niedrig halten? „Ziele mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sind die Türkei, Bulgarien, Ägypten und Tunesien“, sagt Schäfer. Auch wer weniger bekannte Regionen berücksichtige, könne viel sparen. Oft könne man an mehreren Stellschrauben drehen, um günstig zu verreisen: „Am Urlaubsziel, am Buchungszeitpunkt, am Reisezeitraum, an der Unterbringung sowie am Verkehrsmittel“, so der Experte.

Zwar bucht man jetzt für den November spontan, Schäfer weist für das nächste Mal aber daraufhin, möglichst frühzeitig die Reise zu planen: „Reisende haben das komplette Angebot zur Auswahl und können darüber hinaus von den diversen Frühbucherangeboten der Reiseveranstalter profitieren – mit Vorteilen von 30, 40 oder mehr Prozent. Darüber hinaus gibt es häufig noch attraktive Kinderfestpreise.“

Lesen Sie auch

Urlaub: Diese Tricks können Buchung billiger machen

Doch bei dem Verkehrsmittel kann jetzt noch gespart werden. Sollte man den Flieger nehmen, könne insbesondere die Wahl des Abflughafens den Geldbeutel schonen: „Hier kann man schauen, ob ein anderer Flughafen in einem anderen Bundesland, der auch gut zu erreichen ist, günstiger ist als der vor der Haustür“, sagt Schäfer. Hilfreich sei, den Abflugtag nicht auf den Freitag oder das Wochenende zu legen und nicht exakt eine oder zwei Wochen zu buchen.

Denn der Reisezeitraum mache einen großen Unterschied: „Häufig ist es günstiger, wenn die Reise statt sieben dann acht oder neun Tage beziehungsweise statt 14 über 12 oder auch 15 oder 16 Tage geht“, betont Schäfer. Wer außerhalb der Ferienzeit und der Hauptsaison reise, könne vielfach sparen. Für den Aufenthalt im Urlaubsort empfiehlt er, auf All-inclusive zu setzen, das halte das Urlaubsbudget gerade mit Kindern überschaubar.

„Wer es sich leicht machen will, ist gut beraten, ins Reisebüro zu gehen, denn die Berater dort kennen sich mit allen Stellschrauben aus“, so Schäfer. Denn: Ein zunächst günstiges Einzelangebot sei nicht automatisch die preiswerteste Reise, wenn Gepäck, Transfers, Verpflegung und weitere Leistungen hinzukommen.