Der geflohene Windkraft-Betrüger Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit. Der Gesuchte sei aufgrund der gemeinsamen Fahndungsmaßnahmen der Staatsanwaltschaft Osnabrück und der Direktionsfahndung der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück am Dienstag festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Schanz.
Bei seiner Flucht aus dem Gefängnis hat Windkraftbetrüger Hendrik Holt nach Angaben der Ermittler seinen Reisepass dabeigehabt. Ob er diesen auch für seine Flucht nutzte oder ob er ihn noch bei seiner Festnahme im Besitz hatte, war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück nicht bekannt.
Windkraft-Betrüger Holt sendet „Liebesgrüße aus Moskau“ auf Instagram
Holt befinde sich auch noch in Dubai, so Schanz. In einem nächsten Schritt müssten die Auslieferungsunterlagen übermittelt werden. Holt war auf der Flucht, seit er am 25. August von einem genehmigten Ausgang nicht in die Justizvollzugsanstalt in Berlin zurückkehrte, in der er untergebracht war.
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In Berlin war Holt im offenen Vollzug. Nach dem aus dem emsländischen Haselünne stammenden Betrüger wurde weltweit mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet. Einen Tag nach seiner Flucht war bei dem Berliner Gefängnis noch eine E-Mail eingegangen, in der es sinngemäß hieß, Holt werde nicht wieder kommen.
Wo er sich aufhielt, war nicht bekannt. In einem von Medien aufgegriffenen Instagram-Post hieß es: „Liebesgrüße aus Moskau, sehr schön hier, der Kaviar ist fantastisch.“ Zur Echtheit des Beitrages machte die Staatsanwaltschaft Osnabrück damals keine Angaben.
Rund die Hälfte der Haft war abgesessen
2022 hatte das Landgericht Osnabrück Hendrik Holt zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fast neun Jahren verurteilt. Es ging um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Zuletzt saß er in einem Gefängnis in Berlin. Seit Ende Oktober 2024 befand er sich im offenen Vollzug.
Holt, über den es auch eine ARD-Doku gibt („Holt – Der Windkraft-Schwindler“), hatte unter anderem an ausländische Stromkonzerne angeblich existierende Windparks verkauft, die es in Wahrheit gar nicht gab. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen. „Nur als Witz“ hatte er sich zudem mit einem frei erfundenen Doktortitel geschmückt. Rund zehn Millionen Euro hatten er, ein Mittäter und Familienangehörige mit der Firma Holt Holding ergaunert.
Holt sei unter anderem auch Sponsor der Münchner Sicherheitskonferenz gewesen und habe ungehinderten Zugang zur Hochpolitik gehabt, erzählte Oberstaatsanwalt Leimbrock. Die Fahndung nach Holt Anfang 2020 – vor dessen Festnahme und Verurteilung – habe sich zeitweise fast wie im Film angefühlt, erinnerte sich der Oberstaatsanwalt.
dpa



