An der Zugspitze haben sich am Dienstagnachmittag große Gesteinsmassen gelöst. Der Felssturz sorgte für eine weithin sichtbare Staubwolke. Auch mehrere Stunden nach dem ersten Abbruch gingen an dem Berg weitere Felsen ab.

Die Dimension des Ereignisses sei ungewöhnlich, teilte die Bergwacht mit. Verletzt wurde nach den bislang vorliegenden Angaben niemand. Auch Wege und Gebäude seien nicht beschädigt worden.

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„Da bricht immer noch was runter“

Der Grainauer Andreas Neuner beobachtete laut dem Münchner „Merkur“ den Felssturz aus der Ferne. Noch nach 18 Uhr habe er weitere Abbrüche wahrgenommen. Das Geräusch habe er im Gespräch mit dem Nachrichtenportal mit einem Feuerwerk verglichen, das aus einiger Entfernung zu hören sei.

Auch Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl habe sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. „Da bricht immer noch was runter. Es scheppert immer noch gewaltig, das ist brutal“, sagte er gegenüber „Merkur“. Die betroffene Bergflanke sei zu diesem Zeitpunkt von einer Staubwolke verdeckt gewesen. „Ist irre“, sagte Märkl. „Das weht‘s zu uns rüber.“

Abbruchstelle zunächst nicht eindeutig

Wo genau sich das Gestein gelöst hat, war zunächst nicht geklärt. Neuner hielt einen Abbruch auf der deutschen Seite für möglich. Märkl und Anton Vogg von der Grainauer Bergwacht gingen dagegen davon aus, dass die Tiroler Seite betroffen sein könnte.

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Die genaue Einschätzung wurde dadurch erschwert, dass die mögliche Abbruchstelle schwer zugänglich und aus der Entfernung nur eingeschränkt einsehbar ist. Zudem gingen auch am Mittwochmorgen noch weitere Felsen ab. Das bestätigte Franz Dörfler, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau, der Deutschen Presse-Agentur.

Felsabbrüche an der Zugspitze nicht ungewöhnlich

Dass sich an der Zugspitze Gestein löst, ist grundsätzlich kein außergewöhnliches Ereignis. Die Größenordnung des aktuellen Felssturzes sei allerdings bemerkenswert, sagte Dörfler. „In dem Ausmaß ist es definitiv nicht öfter, aber es ist auch nicht überraschend.“

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Anton Vogg von der Grainauer Bergwacht sieht einen möglichen Zusammenhang mit den sich verändernden Temperaturen. „In Zeiten wie diesen wird das mehr“, sagte er. Durch wechselnde Temperaturen könne sich das Gestein zunächst ausdehnen und anschließend wieder zusammenziehen. Dadurch könnten Spannungen und Risse entstehen, bis sich schließlich Fels löse.

Auch Franz Dörfler verwies auf den schwindenden Permafrost. Dieser habe das Gestein an der Zugspitze teilweise stabilisiert. Durch steigende Temperaturen infolge des Klimawandels nehme der Permafrost jedoch ab. Nach Einschätzung der Bergwacht könne dies dazu beitragen, dass es häufiger zu Gesteinsabbrüchen komme.

Mit dpa