Rund fünf Minuten lang mussten Besucher eines Fahrgeschäfts auf dem Oktoberfest kopfüber ausharren. Das Drehkarussell blieb am Samstagabend wohl wegen einer technischen Störung stehen, wie ein Sprecher der Wiesnwache der Feuerwehr München mitteilte.

Vor allem Jugendliche klagten nach Angaben der Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz nach der Fahrt über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme. Nach einer kurzen Untersuchung konnten jedoch alle Besucher des Fahrgeschäfts wieder zurück auf das Festgelände gehen. Ein Sachverständiger prüfte nach Angaben der Feuerwehr das Karussell und gab es noch am Abend wieder frei. 

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Oktoberfest: Über 600 Patienten behandelt

Am Abend des Eröffnungstages meldeten die Wiesn-Sanitäter der Aicher Ambulanz zudem, dass die 600er-Marke an behandelten Patienten fast erreicht worden sei. Das 191. Oktoberfest hatte am Samstagmorgen bei Traumwetter begonnen. Die ersten Gäste hatten bereits frühmorgens im Dunkeln ausgeharrt. Als die Eingänge um kurz nach 9 Uhr öffneten, stürmten sie im Laufschritt los, um einen guten Platz im Bierzelt zu ergattern. Oberbürgermeister Dominik Krause meisterte seinen ersten Oktoberfest-Anstich mit zwei Schlägen.

Oktoberfest
Oktoberfest-Besucher hängen fünf Minuten kopfüber im "Predator" fest.© Screenshot X | @Paudlitschek

Und neben dem zünftigen Anstich geht es auf der diesjährigen Wiesn auch um die Gesundheit. Denn erstmals bietet die Stadt München direkt auf dem Oktoberfest Impfungen gegen Grippe und Covid-19 an. In der Wiesn-Sanitätswache können sich Besucher, Wiesn-Beschäftigte und auch andere Impfwillige ohne Termin impfen lassen. Impfpass und Krankenkassenkarte sollten mitgebracht werden, hieß es bei der Stadt. Die ersten kamen bereits am ersten Festtag, wie die Wiesn-Ärzte berichteten. Das Angebot gilt montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 14 Uhr. Der Impfschutz baue sich innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen vollständig auf. 

Eine Mitarbeiterin der Aicher Ambulanz schiebt während eines Pressetermins der Aicher Ambulanz Union zu ihrem Einsatz auf dem Oktoberfest eine Trage durch den Überwachungsraum der Sanitätsstation. Das 191. Oktoberfest findet vom 19. September bis 4. Oktober auf der Theresienwiese statt. (zu dpa: «Menschen hängen kopfüber in Wiesn-Fahrgeschäft fest»)
Eine Mitarbeiterin der Aicher Ambulanz schiebt auf dem Oktoberfest eine Trage durch den Überwachungsraum der Sanitätsstation. © Lennart Preiss/dpa

Krankheiten und Infektionen vorbeugen: Impfaktion auf der Wiesn

Die Impfaktion ist Teil der stadtweiten Initiative „München impft“, die von der Stadt München sowie dem LMU Klinikum und dem TUM Klinikum getragen wird. „Wir gehen dorthin, wo die Menschen sind, und das ist jetzt eben die Wiesn“, sagte Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek. Es gehe darum, schwere Erkrankungen und Komplikationen zu verhindern und die Impfquoten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu steigern, hieß es. 

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Nicht einmal jeder Dritte, dem eine Impfung empfohlen wird, sei gegen Influenza geimpft - und habe damit ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, berichtete Christoph Spinner, Leiter der Infektiologie am TUM-Klinikum Rechts der Isar. Der Herbst sei nicht nur Volksfest-, sondern auch Impfsaison.

Denn jetzt beginnt die Erkältungszeit. Anders als die Grippe sei das Covid-19-Virus nicht so sehr an die kalte Jahreszeit gebunden und zirkuliere ganzjährig. „Da in Festzelten sehr viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, ist das Infektionsrisiko für Covid-19 auf der Wiesn erhöht.“ In der bierseligen Enge der Zelte haben es Erkältungsviren aller Arten leicht. In München kennt man das: Wiesn-Grippe. 

mit dpa