Eine Woche nach seiner Festnahme ist der deutsche Unternehmer Wanja Oberhof auf Kaution freigelassen worden. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf einen Geschäftspartner von Oberhof. Nach Angaben der Zeitung sollen Oberhofs Schwiegervater Hans-Georg Oelmann sowie ein Berliner Unternehmer eine Bürgschaft über zwei Millionen US-Dollar für die Kaution unterzeichnet haben.
Die Freilassung sei an strenge Auflagen gebunden. Der Unternehmer müsse nun in seiner Wohnung bleiben und diese nur mit Genehmigung verlassen dürfen. Seinen Reisepass habe der Deutsche bereits abgeben müssen, sein Aufenthalt werde per GPS-Signal geortet.
Oberhof ist in New York (USA) wegen mutmaßlichen Betrugs angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft des südlichen Bezirks von New York wirft dem früheren Chef des Wellness-Start-ups „The Healing Company“ vor, einen Investor um 2,5 Millionen US-Dollar (rund 2,1 Millionen Euro) gebracht zu haben. Nach Angaben der US-Behörden soll Oberhof einen Großteil des Geldes für eigene Zwecke verwendet und anschließend Unterlagen manipuliert haben, um dies zu verschleiern. Zuerst berichtete die „Bild“.
Klaus Kleinfeld investiert offenbar 2,5 Millionen Dollar in Oberhofs Firma
Laut Recherchen der Zeitung soll es sich bei dem Investor um den früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld handeln. Sein Sprecher bestätigte dies dem Boulevardblatt, wollte die Meldung aber nicht weiter kommentieren.
Oberhof soll den Großteil der Summe für private Zwecke verwendet haben. Die Staatsanwaltschaft führt unter anderem rund 25.000 Dollar für die Miete seiner Wohnung in Manhattan und mehr als 57.000 Dollar zur Rückzahlung eines privaten Darlehens auf. Rund 1,8 Millionen Dollar seien schließlich auf ein von Oberhof kontrolliertes Konto im Ausland geflossen.
Um die tatsächliche Verwendung des Geldes zu verschleiern, soll Oberhof nach Darstellung der Ermittler Unterlagen über die Investition verändert und diese anschließend dem Investor und weiteren Personen vorgelegt haben. Die manipulierten Dokumente hätten demnach den tatsächlichen Verbleib des Geldes verdecken sollen.
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Oberhof wegen Überweisungsbetrugs angeklagt – bis zu 20 Jahre Haft drohen
Die Anklage gegen Oberhof wurde am Montag, 14. September, von der U.S. Attorney’s Office for the Southern District of New York und dem FBI bekannt gegeben. Oberhof wurde demnach noch am selben Tag der zuständigen Bundesrichterin Ona T. Wang vorgeführt. Er ist wegen eines Falls von Überweisungsbetrug angeklagt. Darauf stehen in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Die mögliche Höchststrafe sei lediglich eine gesetzliche Vorgabe; über das tatsächliche Strafmaß entscheide im Fall einer Verurteilung ein Richter, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
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Staatsanwalt: Geld für persönliche Ausgaben verwendet
Der US-Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York, Jamie McDonald, erklärte: „Investoren haben ein Anrecht darauf zu erfahren, dass ihr Geld für die ihnen zugesagten Zwecke verwendet und nicht für die persönlichen Ausgaben eines Managers abgezweigt wird.“ Auch das FBI äußerte sich zu dem Fall. James C. Barnacle Jr., Leiter des New Yorker FBI-Büros, sagte, das FBI werde gemeinsam mit seinen Partnern weiter gegen mutmaßlich betrügerisch handelnde Personen ermitteln.
Oberhof ist deutscher Staatsangehöriger. Die Ermittlungen werden von der Abteilung für komplexe Betrugsfälle und Cyberkriminalität der New Yorker Staatsanwaltschaft geführt.
Die US-Staatsanwaltschaft betont ausdrücklich, dass es sich bei den Vorwürfen lediglich um Anschuldigungen handelt. Oberhof gilt bis zu einem rechtskräftigen Beweis seiner Schuld als unschuldig. Oberhof war zuvor unter anderem Mitgründer und Chef der „Healing Company“. In Deutschland ist er zudem als Unternehmer und Investor bekannt. Er war unter anderem Vorstandschef der Social Chain AG.









