Ceuta und Melilla sind eine Besonderheit in Europa. Die beiden Gebiete gehören zu Spanien, liegen aber an der nordafrikanischen Küste – umgeben von Marokko und dem Mittelmeer. Sie sind damit die einzigen Orte der EU mit einer Landgrenze zu Afrika und seit Jahren ein Ziel für Migranten, die irregulär nach Europa gelangen wollen.

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Beide Städte sind spanische Exklaven, also vom übrigen spanischen Staatsgebiet geografisch getrennt. Ihre Geschichte reicht weit zurück: Ceuta wurde 1415 von Portugal erobert, Melilla 1497 von Kastilien – beide im Zuge der Reconquista, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Arabern. Die Städte dienten damals als christliche Vorposten auf dem afrikanischen Kontinent.

Ceuta und Melilla: Grenzstreit belastet Verhältnis zwischen Spanien und Marokko

Marokko erhebt seit Langem Anspruch auf beide Städte, Spanien betrachtet sie als unverzichtbaren Bestandteil seines Staatsgebiets. Der Status der Gebiete belastet die Beziehungen zwischen beiden Staaten. Seit den 90er Jahren haben Ceuta und Melilla einen Autonomiestatus, der mit jenem Kataloniens und des Baskenlands vergleichbar ist.

Die Grenzen Ceutas und Melillas sind mit Stacheldraht, Wachtürmen und Videokameras gesichert. Immer wieder starben Migranten beim Versuch, die Anlagen zu überwinden.

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Für Ceuta und Melilla gilt innerhalb des Schengenraums eine Sonderregelung. Wer von dort auf das spanische Festland oder in andere Teile des Schengenraums reist, wird grundsätzlich erneut kontrolliert.

Den jüngsten Ansturm zehntausender Migranten auf Ceuta bezeichnete der spanische Regierungschef Pedro Sánchez als „Angriff“ auf das spanische Staatsgebiet und als Verletzung der spanischen Souveränität. Sánchez erklärte die plötzliche Massenbewegung mit Gerüchten, die die „Schleusermafia“ verbreitet habe.

Regionen in Nordafrika: Von der römischen Siedlung zum spanischen Kontrollgebiet

Im heutigen Ceuta, am südlichen Ende der Straße von Gibraltar, befand sich bereits zur Römerzeit eine Siedlung. Nach der Eroberung erst durch die Araber und dann durch die Portugiesen liegt das rund 18 Quadratkilometer große Gebiet seit 1640 unter der Kontrolle Spaniens. 

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Das rund zwölf Quadratkilometer große Melilla liegt mehr als 200 Kilometer Luftlinie südöstlich von Ceuta. Heute leben dort rund 87.000 Menschen, bereits seit 1497 befindet sich die Exklave unter spanischer Kontrolle. Rund die Hälfte der Bevölkerung ist muslimisch, tausende Marokkaner arbeiten in Melilla oder erledigen dort ihre Einkäufe. 

afp