Mehrere Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Süditalien in Atem: Auf Sardinien musste wegen eines sich rasch ausbreitenden Feuers ein Seniorenheim evakuiert werden. Auch im Pollino-Nationalpark in Kalabrien wütet seit mehr als zwei Tagen ein Großbrand, wie die Feuerwehr berichtete. In Kalabrien kam es wegen der Brände auch zu Problemen im Bahnverkehr, was Urlauber schwer belastete.

In der Nähe von Sardiniens Hauptstadt Cagliari wurde ein von Ordensschwestern geführtes Seniorenheim vorsorglich geräumt. Insgesamt zehn Menschen, darunter Bewohner, Ordensschwestern und die Mitglieder einer bereits zuvor evakuierten Familie, wurden in Sicherheit gebracht. Das Feuer hatte sich gefährlich nahe an den Wohnhäusern ausgebreitet. Dichter Rauch zog über das Gebiet. Zur Brandbekämpfung waren zwei Löschflugzeuge vom Typ Canadair, ein Super-Puma-Hubschrauber, ein Hubschrauber der italienischen Luftwaffe sowie zwei weitere Löschhubschrauber der Regionalflotte im Einsatz.

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Waldbrände in Italien: Hunderte Urlauber strandeten auf dem Weg zur Küste

Ein weiterer Waldbrand bedroht die Umgebung der Gemeinde Portoscuso im Südwesten Sardiniens. Die Flammen breiteten sich in Richtung eines Pinienwalds und des Industriegebiets von Portovesme aus. Im beliebten Nationalpark Pollino in der Region Kalabrien kämpfen die Einsatzkräfte unterdessen seit mehr als zwei Tagen gegen einen großflächigen Waldbrand. Das Feuer erfasst schwer zugängliches Berggelände mit dichter Vegetation und hohem Baumbestand. Nach Angaben von Anwohnern kommt es in der gesamten Bergregion bis in die benachbarte Basilikata bereits seit rund fünf Tagen immer wieder zu Bränden.

Ein Waldbrand hatte am Sonntag den Zugverkehr auf einer Nebenstrecke der tyrrhenischen Bahnlinie in der Provinz Vibo Valentia in Kalabrien unterbrochen, Hunderte Reisende strandeten. Das Feuer beschädigte Stromkabel in der Nähe des Bahnhofs. Betroffen waren vor allem Reisende auf dem Weg zu den bekannten Urlaubsorten an der Küste. Besonders angespannt ist die Lage im beliebten Urlaubsort Tropea im Herzen Kalabriens. Dort blieb ein Zug im Bahnhof stecken, während zahlreiche Passagiere auf dem Bahnsteig und vor dem Bahnhof auf Informationen über die Wiederaufnahme des Verkehrs warteten. Die Löscharbeiten werden durch trockene Vegetation und die anhaltend hohen Temperaturen erschwert. Unterstützt werden die Einsatzkräfte von Polizei und lokalen Helfern.

Waldbrand in der Lombardei: Feuer löste Erdrutsch aus

Auch in der norditalienischen Lombardei hat ein Vegetationsbrand Folgen gehabt: In Premana in der Provinz Lecco am Comer See löste ein Feuer einen Erdrutsch aus, der die Zufahrtsstraße zum Ortsteil Faina blockierte und die Bewohner von der Außenwelt abschnitt. Ein Hubschrauber der Feuerwehr brachte 18 Menschen in Sicherheit, darunter 15 Urlauber und drei Einsatzkräfte, die wegen der Straßensperre eingeschlossen waren.

Italien geht hart gegen Brandstifter vor

Sommerbrände sind seit Jahren eine Plage in Italien. Die Regierung in Rom hatte 2023 die Mindeststrafe für vorsätzliche Brandstiftung von vier auf sechs Jahre erhöht. Wer aus Fahrlässigkeit einen Brand verursacht, muss mit zwei Jahren Haft rechnen. Auch der Papst beobachtet mit Sorge die Entwicklung der schweren Brände in ganz Europa. So bekundete Leo XIV. beim Angelus-Gebet am Sonntag seine Nähe zu den betroffenen Menschen. Er rief die Gläubigen dazu auf, für die Opfer sowie für die Einsatzkräfte zu beten, die bei der Bekämpfung der Feuer helfen.