Er rettete 2009 mit einer Notlandung auf dem Hudson River 155 Menschenleben. Seitdem wird er in den USA als Held gefeiert. Jetzt kämpft Chesley B. „Sully“ Sullenberger gegen eine andere Herausforderung. Der 75 Jahre alte Pilot hat bekannt gegeben, dass bei ihm Alzheimer diagnostiziert wurde. Auf seiner persönlichen Website teilte Sullenberger am Dienstag mit, die Diagnose kürzlich erhalten zu haben. Die Erkrankung befinde sich noch in einem frühen Stadium.
„Mein Arzt, Dr. Gil Rabinovici vom UCSF Medical Center, hat mir die Augen für die Verbreitung von Alzheimer geöffnet. Diese Krankheit, so erklärte er mir, verschont keine Altersgruppe und betrifft Millionen von Menschen weltweit. Sie ist der ungebetene Gast an der Tür“, schreibt der Pilot. Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste Form von Demenz. Es kommt dabei zu einem Absterben von Nervenzellen im Gehirn, was zu Vergesslichkeit, Verwirrtheit, Sprachstörungen oder Orientierungslosigkeit führt.

Sullenberger kämpft mit Krankheit und blickt auf bewegte Karriere zurück
Nun ist es Sullenberger selbst, der mit einer Alzheimer-Diagnose umgehen muss. Derzeit äußere sich die Erkrankung vor allem darin, dass ihm Namen manchmal schwerfallen, er Geschichten vergesse und sein Schlaf schlechter geworden sei. „Aber ich stehe erst am Anfang dieser langen Reise“, schreibt er.
Der 75-Jährige hat nach eigenen Angaben bei der US-Luftwaffe gedient, als Pilot bei einer kommerziellen Fluggesellschaft gearbeitet, als Unfallermittler und als US-Botschafter bei der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO gewirkt. Die Notlandung auf dem Hudson River 2009 hatte ihm eine größere öffentliche Reichweite verschafft, die er konsequent nutzte. Unter anderem für bessere Pilotenausbildung, längere Ruhezeiten für Cockpit-Crews und die Zwei-Piloten-Regel. „Ich war stolz darauf, mit vielen Kollegen zusammenzuarbeiten“, schreibt „Sully“.

Miracle on the Hudson: Pilot rettet alle Passagiere und Crew
Beim „Miracle on the Hudson“ am 15. Januar 2009 musste der Pilot einen Airbus A320 im New Yorker Hudson River notlanden, nachdem Vögel in die Triebwerke geraten waren. Alle 150 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder überlebten das Unglück.
Die Landung im eisigen Hudson River vor der Skyline von New York war eine fliegerische Meisterleistung. Der Airbus überschlägt sich nicht, bricht nicht auseinander, als er mit hohem Tempo auf das Wasser trifft. Der ehemalige Militärpilot mit 40 Jahren Flugerfahrung ging damals als Letzter von Bord. Er suchte zuvor noch einmal die sinkende Maschine ab, um auch wirklich niemanden zurückzulassen.
Sullenberger schrieb 2010 eine Autobiografie („Man muss kein Held sein“) – später die Vorlage für Clint Eastwoods Film „Sully“ (2016) mit Tom Hanks in der Hauptrolle. 2010 ging Sullenberger in den Ruhestand.
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Sullenberger bleibt trotz Diagnose optimistisch
Er hoffe nun, anderen Familien, die mit einer Alzheimer-Diagnose im Verborgenen lebten, mit seiner Geschichte Mut zu machen, schreibt Sullenberger. Seine Frau Lorrie, mit der er seit 37 Jahren zusammen ist, erinnere ihn daran, dass die Hoffnung, die das „Wunder vom Hudson“ vielen Menschen gegeben habe, auch jetzt gebraucht werde.
Die Diagnose werde ihn nicht daran hindern, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, so Sullenberger. „Auch wenn diese Diagnose meine Erinnerungen an die Vergangenheit beeinflussen mag.“ Das neue Lebenskapitel wolle der Pilot zusammen mit seiner Familie meistern. Er und seine Frau Lorrie hätten mit ihren beiden Töchtern „den Jackpot geknackt“. Und was man über Enkelkinder höre, stimme: „Unsere Enkelin gibt unserem Leben eine ganz neue Bedeutung.“
mit dpa






