Hummeln zeigen Emotionen. Was zunächst wie eine kühne Theorie klingt, hat ein Forscherteam nun belegen können. Dafür haben die Wissenschaftler die Insekten bei dem beobachtet, was sie in ihrem Leben am meisten tun: fressen. Dabei können Hummeln sehr deutlich zeigen, ob ihnen etwas schmeckt oder nicht.

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Das Ergebnis scheint ziemlich eindeutig zu sein, wie der „Spiegel“ schreibt: Schmeckt den Tieren etwas, strecken sie ihre Zunge heraus. Ein bisschen sieht es dann aus, als würden sich die Tiere über die Lippen lecken. Dieses Verhalten erinnert somit ein wenig an das, was Menschen tun, wenn sie eine Speise genießen. Die Tiere zeigen also Reaktionen auf die Nahrung, die sie zu sich nehmen. Aber die Forscher um Cwyn Solvi von der Southern Medical University im chinesischen Guangzhou haben noch mehr entdeckt.

Hummeln zeigen Missfallen durch Mundabwischen und Kopfschütteln

Gefällt ihnen der Geschmack von etwas nicht, wischen sie sich den Mund ab. In etwa so, als würden sie die ungenießbare Mahlzeit schnell aus der Umgebung ihrer Geschmacksnerven entfernen wollen. Und noch etwas haben die Forscher bei speisenden Hummeln beobachtet: Sie schütteln zusätzlich den Kopf, wenn ihnen ihre Nahrung nicht bekommt.

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Um diese Gefallens- und Missfallensreaktionen bei den Tieren zu beobachten, hat das Team eine Zeitlupenkamera benutzt. Damit können sie Bewegungen, die auf die Nahrungsaufnahme folgen, detailliert betrachten.

Hummeln zeigen klare Vorlieben für süße Zuckerlösungen

Beobachtet wurde das Verhalten bei Dutzenden Tieren aus 18 verschiedenen Kolonien der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris). Unterschiedliche Gefallens- und Missfallensreaktionen waren deutlich zu erkennen, je nachdem, ob sie süße oder bittere beziehungsweise salzige Flüssigkeiten gekostet hatten, schreibt auch das Magazin „Spektrum“.

Zuckerlösungen kamen dabei besonders gut an. Hummeln streckten ihre Zunge heraus. Diese Insektenzunge wird auch als Glossa bezeichnet. Das Abstreifen von salzigen oder bitteren Lösungen mit dem dazugehörigen Kopfschütteln interpretieren die Wissenschaftler als Ablehnung.

Hummeln verändern ihr Trinkverhalten je nach Umgebungseinfluss

Erkennbar wurde aber auch, dass Hummeln auf die verschiedenen Lösungen nicht immer gleich reagieren. Wie gut ihnen Wasser oder eine Salzlösung gefällt, hängt womöglich von den äußeren Umständen ab. Einflüsse wie Hitze zum Beispiel führen offenbar dazu, dass der Bedarf nach Wasser und Elektrolyten steigt. Ihre sonst neutrale oder ablehnende Reaktion auf eine salzige Lösung kann sich hin zu einer positiven Reaktion verändern.

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Für die Forscher ist damit ein Durchbruch gelungen. Denn ein solches Verhalten war bisher noch nicht bei Insekten beobachtet worden. Es sagt viel darüber aus, wie empfindsam die Tiere sind. Da ist sich der Neurowissenschaftler Andrew Barron von der Macquarie University im australischen Sydney, der an der Studie mitgewirkt hat, sicher. „Wir verstehen noch nicht, was die Bienen tatsächlich erleben, aber wir können emotionsähnliche Verhaltensweisen bei ihnen beobachten.“

Diese neuen Erkenntnisse lassen auch weiter von der Annahme wegrücken, Sechsbeiner seien roboterartige Tiere, die über wenig Reflektionsvermögen verfügen. Doch in Experimenten mit Insekten zeigte sich bereits, dass sie wahrnehmen, lernen und Entscheidungen treffen.